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Frankreich: Schrittweise Senkung der Körperschaftsteuer

[veröffentlicht am 30.01.2017]

Bis 2020 soll der französische Körperschaftsteuersatz schrittweise gesenkt werden.

Dies sieht das französische Jahressteuergesetz 2017 vor. Ziel ist es, den Regelsatz der französischen Körperschaftsteuer von aktuell 33,1/3 % auf 28% zu senken. Weiterhin sollen die Bedingungen, unter denen kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) in den Genuss des ermäßigten Körperschaftsteuersatzes von 15% kommen, gelockert werden. Bereits ab 2017 sollen für KMU vorteilhafte Übergangsregelungen gelten.

Ab 2017 gelten für KMU in Frankreich drei Körperschaftsteuersätze 

Für Unternehmen, die einen Umsatz von weniger als 7.630.000€ erzielen und deren Stammkapital voll eingezahlt ist und die zu mindestens 75% direkt oder indirekt von natürlichen Personen gehalten werden, gelten ab dem Veranlagungszeitraum 2017 folgende drei Körperschaftsteuersätze:

  • Gewinnanteil kleiner/gleich 38.120 € = 15 %
  • Gewinnanteil von 38.121 € bis 75.000 € = 28 %
  • Gewinnanteil über 75.000 € = 33,1/3 %
Für KMU im Sinne des EU-Rechts, also Gesellschaften, die weniger als 250 Arbeitnehmer beschäftigen und die entweder einen Umsatz von maximal 50 Millionen Euro oder eine Bilanzsumme von maximal 43 Millionen Euro erzielen, gelten zwei Körperschaftsteuersätze:
  • Gewinnanteil kleiner 75.000 € = 28 %
  • Gewinnanteil über 75.000 € = 33,1/3 %

Anmerkung: In Frankreich werden seit 2008 folgende 4 Größenklassen von Unternehmen unterschieden:
  • Mikrounternehmen („microentreprises“): weniger als 10 Arbeitnehmer, Jahresumsatz oder Bilanzsumme von maximal 2 Millionen Euro.
  • Kleine und mittlere Unternehmen („PME“): weniger als 250 Arbeitnehmer, maximaler Jahresumsatz 50 Millionen Euro oder maximale Bilanzsumme 43 Millionen Euro.
  • Mittelgroße Unternehmen („entreprises de taille intermédiaire“): weniger als 5.000 Arbeitnehmer, maximaler Jahresumsatz 1,5 Milliarden Euro oder maximale Bilanzsumme 2 Milliarden Euro.
  • Große Unternehmen („grandes entreprises“): sämtliche Unternehmen, die nicht in die übrigen drei Größenklassen fallen.
Ab 2018 gilt für alle Gesellschaften in Frankreich für den Gewinnanteil bis zu 500.000 € ein Körperschaftsteuersatz in Höhe von 28 %. 
Der Regelsatz der französischen Körperschaftsteuer beträgt ab dem Veranlagungszeitraum 2018 für einen Gewinnanteil bis zu 500.000 € 28 %. Diejenigen KMU, die unter die oben genannte ab 2017 geltende Vorzugsregelung fallen, unterliegen weiterhin dem ermäßigten Steuersatz in Höhe von 15%.

Konkret heißt dies 2018 für kleine und mittlere Unternehmen folgendes:
  • Gewinnanteil kleiner/gleich 38.120 € = 15 %
  • Gewinnanteil von 38.121 € bis 500.000 € = 28 %
  • Gewinnanteil über 500.000 € = 33,1/3 %
Für alle übrigen Gesellschaften inklusive der KMU nach EU-Definition gelten folgende zwei Steuersätze:
  • Gewinnanteil kleiner/gleich 500.000 € = 28 %
  • Gewinnanteil über 500.000 € = 33,1/3 %

Ab 2019 gilt in Frankreich für KMU in großem Umfang ein ermäßigter Körperschaftsteuersatz in Höhe von 15 % sowie grundsätzlich ein Regelsatz in Höhe von 28 %
Ab dem Veranlagungszeitraum 2019 sind zwei wichtige Änderungen geplant.

Zunächst soll die Anzahl der Unternehmen, auf die der ermäßigte Steuersatz von 15 % angewandt wird, erweitert werden. Die Umsatzschwelle, unterhalb derer der ermäßigte Steuersatz zur Anwendung kommt, wird dazu von heute 7.630.000 € auf dann 50.000.000 € erhöht.

Hinweis: Die übrigen Bedingungen, insbesondere die vollständige Einzahlung des Stammkapitals und die Tatsache, dass mindestens 75% der Gesellschaftsanteile direkt oder indirekt von natürlichen Personen gehalten werden müssen, bleiben bestehen. Weiterhin kommt der ermäßigte Steuersatz in Höhe von 15% auch weiterhin nur für den Gewinnanteil bis zu 38.120 € zur Anwendung.

Beispiele:
1. Eine Gesellschaft, deren Stammkapital vollständig einbezahlt ist und deren Anteile zu mehr als 75 % von natürlichen Personen gehalten werden, die einen Jahresumsatz von 10.000.000 € erzielt, konnte bislang nicht in den Genuss des ermäßigten Steuersatzes kommen. Der gesamte Gewinn war mit 33,1/3 % zu besteuern. Ab 2019 gelten für sie zwei Steuersätze: 15% Körperschaftssteuer auf den Gewinnanteil bis 38.120 € sowie 28 % auf den darüber hinausgehenden Gewinnanteil.
2. Eine Gesellschaft, die sich in derselben Situation wie diejenige unter 1. befindet, außer dass ihre Anteile nicht zu mindestens 75% direkt oder indirekt von natürlichen Personen gehalten werden, wird weiter mit 28% auf ihren gesamten Gewinn besteuert.
Weiterhin wird ab 2019 praktisch ein einheitlicher Körperschaftsteuer-Regelsatz in Höhe von 28 % ohne Beschränkung auf einen bestimmten Gewinnanteil eingeführt, der auf die meisten Unternehmen anwendbar ist (außer auf die oben beschriebenen KMU). Lediglich Unternehmen, deren Jahresumsatz eine Milliarde Euro übersteigt, unterliegen weiterhin einem gestaffelten Körperschaftsteuersatz (28 % auf den Gewinnanteil bis inklusive 500.000 € sowie 33,1/3 % auf den 500.000 € übersteigenden Gewinnanteil).

Ab 2020 gilt in Frankreich ein einheitlicher Körperschaftsteuer-Regelsatz in Höhe von 28 %. 
Ab dem Veranlagungszeitraum 2020 soll dann für alle Unternehmen in Frankreich ein einheitlicher Körperschaftsteuer-Regelsatz in Höhe von 28 % gelten.
Die begünstigten oben genannten KMU unterliegen für den Gewinnanteil bis einschließlich 38.120 € weiterhin dem ermäßigten Steuersatz in Höhe von 15 %.


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