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Juristische Themen

Gründung einer Gesellschaft/unselbständige Zweigniederlassung in Frankreich: Vor- und Nachteile

Die Antworten auf die folgenden Fragen werden Ihnen wesentliche, für die Praxis wichtige Hinweise dazu geben, ob Sie eine Gesellschaft oder eine unselbständige Zweigniederlassung in Frankreich gründen sollten, und welches die Vorteile beider Möglichkeiten sind. Den Fragenkatalog sowie die Antworten hat Ihnen die im deutsch-französischen Rechtsverkehr spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei EPP & KÜHL (Straßburg, Köln, Baden-Baden, Paris, Sarreguemines) erstellt.
Kontakt:
Herr Rechtsanwalt Emil Epp, epp@rechtsanwalt.fr, Tel. +33 (0)3 - 88 45 65 45
www.rechtsanwalt.fr


1. Welche Vorteile bringt die Gründung einer Gesellschaft in Frankreich mit sich?

2. Ist der Verwaltungsaufwand geringer, wenn ich nur eine unselbständige Zweigniederlassung in Frankreich gründe?

3. Wann besteht das Risiko einer Doppelbesteuerung in Deutschland und Frankreich?


Antworten:


1. Welche Vorteile bringt die Gründung einer Gesellschaft in Frankreich mit sich?

  • Präsenz auf dem französischen Markt: Der Kunde will häufig bei einem französischen Unternehmen bestellen. Dies gilt insbesondere, wenn der Name der deutschen Gesellschaft in Frankreich nicht bekannt ist.
  • Im Verhältnis zur Verwaltung einer unselbständigen Zweigniederlassung entstehen, abgesehen von den Gründungskosten, bei der Verwaltung einer unabhängigen Gesellschaft keine Mehrkosten.
  • Verträge, insbesondere Arbeitsverträge, können im Falle des Vorhandenseins einer Gesellschaft mit der französischen Tochtergesellschaft geschlossen werden.
  • Einfache Zuordnung von Kosten und Einkünften: Bei der Gründung einer Gesellschaft in Frankreich ist eine einfache Zuordnung von Kosten und Einkünften möglich (Bsp.: bei einer Warenlieferung von Deutschland nach Frankreich kann die Rechnungsstellung von der deutschen Muttergesellschaft an die französische Tochtergesellschaft erfolgen und von der Tochtergesellschaft an den Kunden.)
  • Durch eindeutige Rechnungsstellung auf der Grundlage ordnungsgemäßer Verträge zwischen Mutter- und Tochtergesellschaft, welche marktübliche Preise vorsehen, kann das Risiko einer Doppelbesteuerung verhindert werden.
  • Steuergünstiges Entlohnungsmodell für Geschäftsführer und Arbeitnehmer: Für Geschäftsführer und Arbeitnehmer, die sowohl in Frankreich als auch in Deutschland tätig und in Deutschland ansässig sind, kann ein steuergünstiges Entlohnungsmodell eingeführt werden.

2. Ist der Verwaltungsaufwand geringer, wenn ich nur eine unselbständige Zweigniederlassung in Frankreich gründe?

Der laufende Verwaltungsaufwand ist nicht geringer, wenn Sie nur eine unselbständige Zweigniederlassung gründen.

Für eine unselbständige Zweigniederlassung ist die Buchhaltung nach französischen Vorschriften zu führen und auch eine Bilanz in Frankreich zu erstellen. Daher sind die anfallenden Verwaltungskosten genauso hoch wie für eine Gesellschaft.


3. Wann besteht das Risiko einer Doppelbesteuerung in Deutschland und Frankreich?

Das Risiko einer Doppelbesteuerung in Deutschland und Frankreich besteht immer dann, wenn in der deutschen Gesellschaft für die französische Zweigniederlassung mitgearbeitet wird und eine eindeutige Zuordnung von Aufwand und Einkünften zu den verschiedenen Strukturen nicht nachweisbar erfolgt.

Fehlt diese klare Abgrenzung, so führt insbesondere die Mitarbeit von Angestellten der deutschen Gesellschaft bei der französischen Zweigniederlassung (z.B. Betreuung des Vertriebs) dazu, dass die deutsche Fiskalverwaltung die Versteuerung der Einkünfte aus Frankreich in Deutschland verlangt. Dies geschieht mit der Begründung, dass der Aufwand der deutschen Muttergesellschaft für die französische Zweigniederlassung in der deutschen Gesellschaft gewinnmindernd geltend gemacht wurde.

Aufgrund des Bestehens einer Betriebsstätte in Frankreich verlangt auch der französische Staat die Versteuerung der in Frankreich erzielten Einkünfte.


Stand: 1. August 2012


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