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Juristische Themen

Quellensteuer in Frankreich

Die folgenden Ausführungen werden Ihnen interessante und für die Praxis wichtige Hinweise und Informationen über die Quellensteuer in Frankreich geben.
Diese Informationen hat die im deutsch-französischen Rechtsverkehr spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei EPP & KÜHL (Straßburg, Köln, Baden-Baden, Paris, Sarreguemines) erstellt.
Kontakt:
Herr Rechtsanwalt Emil Epp
epp@rechtsanwalt.fr, Tel. +33 (0)3 - 88 45 65 45
www.rechtsanwalt.fr


Die nachfolgenden Ausführungen behandeln die praktische Umsetzung des Abzugs der Quellensteuer bei Leitung einer französischen Gesellschaft durch einen deutschen Geschäftsleiter im Arbeitnehmerverhältnis. Zudem wird erläutert, wie die Vergütung der Geschäftsleiter einer Gesellschaft in Frankreich, die einer internationalen Gesellschaftsgruppe angehört, optimiert werden kann.


1. Aktuelles: Quellensteuer, Sätze 2014

Vorbehaltlich abweichender internationaler Abkommen unterliegen die Löhne und Gehälter, Renten und Leibrenten, die in Frankreich an Personen, die außerhalb Frankreichs steueransässig sind, gezahlt werden, gemäß Artikel 182 A des französischen Steuergesetzbuches (Code Général des Impôts, „CGI“) grundsätzlich der Quellensteuer. Die Höhe der Quellensteuer wird auf Grundlage einer Jahrestabelle mit drei Steuersatz-Kategorien berechnet. Diese Steuersätze werden grundsätzlich jährlich angepasst.

Die Quellensteuer für Löhne und Gehälter, die für das Jahr 2014 gezahlt werden, gestaltet

Steuersatz - Jahresvergütungsanteil - Monatsvergütungsanteil

0% - bis 14.359 € - bis 1.197 €
12% - von 14.359 € bis 41.658 € - von 1.197 € bis 3.472 €
20% - über 41.658 € - über 3.472 €


2. Praktische Umsetzung des Abzugs der Quellensteuer bei Leitung einer französischen Gesellschaft durch einen deutschen Geschäftsleiter im Arbeitnehmerverhältnis

Im Rahmen der Entwicklung des Frankreichgeschäfts einer deutschen Gesellschaft im Wege der Gründung einer Tochtergesellschaft ist besonders häufig folgende Konstellation anzutreffen:

  • Der Geschäftsleiter der französischen Gesellschaft ist auch im Arbeitnehmerverhältnis für die deutsche Muttergesellschaft tätig, bei der er den wesentlichen Teil seiner beruflichen Tätigkeit ausübt;
  • Der Geschäftsleiter der französischen Gesellschaft wurde ordnungsgemäß zum Leitungsorgan bestellt und ist im Handelsregister der Gesellschaft als solches eingetragen;
  • Der Geschäftsleiter der französischen Gesellschaft ist in Deutschland steueransässig und hat seinen Wohnsitz in Deutschland außerhalb des Grenzgebietes;
  • Der Geschäftsleiter der französischen Gesellschaft übt seine Tätigkeit regelmäßig in Frankreich, am Niederlassungsort der französischen Tochtergesellschaft, aus.
Die folgende Analyse bezieht sich auf die steuerliche Behandlung der als Gegenleistung für die Ausübung der Tätigkeit als Leitungsorgan der französischen Gesellschaft erhaltenen Vergütung.

- Zuweisung des Besteuerungsrechts bei Geschäftsleitungsvergütungen

Die Vergütung, die als Gegenleistung für die in einer körperschaftsteuerpflichtigen Gesellschaft ausgeübten Geschäftsleitungsaufgaben gezahlt wird, ist ausschließlich in dem Staat zu versteuern, in dem die Tätigkeit als Leitungsorgan ausgeübt wird, d.h. in Frankreich.

- Französische Besteuerung der Geschäftsleitungsvergütungen

In den meisten Fällen unterliegt die Vergütung des Geschäftsleiters in Anwendung des Artikels 182 A des französischen Steuergesetzbuches der oben genannten Quellensteuer. Diese gestaltet sich für 2014 wie folgt:

Steuersatz - Jahresvergütungsanteil - Monatsvergütungsanteil
0% - bis 14.359 € - bis 1.197 €
12% - von 14.359 € bis 41.658 € - von 1.197 € bis 3.472 €
20% - über 41.658 € - über 3.472 €

Die Bemessungsgrundlage der Quellensteuer setzt sich aus dem Betrag der Vergütungen, abzüglich einer Pauschale für Werbungskosten in Höhe von 10%, zusammen. Die entrichtete Quellensteuer für den Teil der Vergütung, der den Quellensteuersätzen von 0% und 12% unterliegt, hat eine befreiende Wirkung (d. h. die Abgabe einer jährlichen Einkommensteuererklärung in Frankreich ist in diesen Bereichen entbehrlich).

Für den darüber hinausgehenden Teil der Vergütung, der mit einem Quellensteuersatz von 20% besteuert wird, ist eine jährliche Einkommensteuererklärung in Frankreich abzugeben. Die bereits in Höhe von 20 % abgeführte Quellensteuer wird auf die zu ermittelnde Einkommensteuer angerechnet. Die Vergütung wird demnach nicht besteuert. Gemäß Artikel 20 des Doppelbesteuerungsabkommens wird die in Frankreich gezahlte und besteuerte Vergütung von der Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer ausgenommen. Die deutsche Finanzverwaltung wird aber die in Frankreich gezahlte und besteuerte Vergütung bei der Feststellung des anwendbaren Steuersatzes berücksichtigen (sog. Progressionsvorbehalt).

Beispiel

Ein Geschäftsleiter, der sich in der vorstehend dargelegten Situation befindet und als Gegenleistung für die Ausübung seines Mandats als Leitungsorgan der französischen Gesellschaft eine jährliche Vergütung in Höhe von 45.000 € erhält, wird in Höhe von 3.137 € pro Jahr besteuert (was 7% seiner Jahresvergütung entspricht).

Jahresvergütung - Pauschale für Werbungskosten (10%) = Bemessungsgrundlage für die Quellensteuer
Berechnung der Quellensteuer
bis 14.359 €, Steuersatz 0%
von 14.359 € bis 40.500 € (= vorliegend 26.141 €),
Steuersatz 12% Quellensteuer

In derartiger Konstellation ist es in den meisten Fällen auch möglich, die sozialversicherungsrechtliche Behandlung des Geschäftsleiters aufgrund seiner Tätigkeit in Frankreich zu optimieren. Für Zusatzinformationen bzw. zur Optimierung der Behandlung der Geschäftsleiter innerhalb Ihrer Gesellschaftsgruppe steht Ihnen unsere Kanzlei jederzeit gerne zur Verfügung.


Stand der Bearbeitung: 1. April 2014


Diese Rechtsinformation zu Frankreich stellt Ihnen zur Verfügung

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