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Einkommensteuer und Sozialversicherung in Russland

Die folgenden Ausführungen geben Ihnen grundlegende Informationen zu Einkommensteuer und Sozialversicherungssystem in Russland. Sie wurden von der auf den deutsch-russischen Rechtsverkehr spezialisierten Rechtsanwaltskanzlei Brand & Partner (Moskau) erstellt.
Kontakt:
Herr Rechtsanwalt Thomas Brand
, thomas.brand@bbpartners.de, Tel. +7 495 662 33 65
www.bbpartners.ru


Einkommensteuer in Russland


Das russische Einkommensteuerrecht kennt zwei Steuersätze: Für Steuerresidenten beträgt der einheitliche Einkommensteuersatz 13 %, für „Nichtresidenten“ liegt er bei 30 %. Sofern ein deutscher Mitarbeiter in Russland ansässig ist, die Arbeit in Russland ausübt und die Vergütung in Russland ausgezahlt wird, unterliegen die Einkünfte dem Normalsatz von 13 %. Falls der Mitarbeiter in Deutschland ansässig ist und die Arbeit in Russland ausgeübt wird, werden die Einkünfte mit 30 % besteuert.

Die Ansässigkeit wird nach dem jeweiligen innerstaatlichen Recht bestimmt. Nach Art. 11 des russischen Steuergesetzbuches („SteuerGB“) gilt die 183-Tage-Regelung. Bis 2006 bezog sich diese Regelung auf das Kalenderjahr. Nunmehr ist ein beliebiger 12-Monatszeitraum entscheidend. Es gibt allerdings ungeklärte Fragen, die in der Praxis bei der Berechnung eine Rolle spielen.

Nach § 1 des deutschen Einkommensteuergesetzes („EStG“) sind natürliche Personen, die im Inland einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, in Deutschland unbeschränkt einkommensteuerpflichtig. Hat ein zeitweise oder während des gesamten Veranlagungszeitraums unbeschränkt Steuerpflichtiger oder ein beschränkt Steuerpflichtiger, ausländische Einkünfte, die im Veranlagungszeitraum nicht der deutschen Einkommensteuer unterlegen haben, so ist auf das zu versteuernde Einkommen ein besonderer Steuersatz anzuwenden (Progressionsvorbehalt nach § 32b EStG).

Bei unbeschränkt Steuerpflichtigen, die mit ausländischen Einkünften in dem Staat, aus dem die Einkünfte stammen, zu einer der deutschen Einkommensteuer entsprechenden Steuer herangezogen werden, ist die festgesetzte und gezahlte und um einen entstandenen Ermäßigungsanspruch gekürzte ausländische Steuer auf die deutsche Einkommensteuer anzurechnen, die auf die Einkünfte aus diesem Staat entfällt (§ 34 EStG).

Mitarbeiter, die sich nicht länger als 183 Tage im Laufe von 12 Monaten in Russland aufhalten und deren Vergütung durch einen deutschen Arbeitgeber gezahlt wird, wobei diese nicht von einer russischen Betriebsstätte getragen wird, unterliegen nicht der Einkommensteuer.

Ausländische Steuerpflichtige haben jährlich bis zum 30. April die Steuererklärung für das vorherige Jahr einzureichen. Die Steuerzahlung hat bis zum 15. Juli zu erfolgen. Die Zahlung ist nur noch in RUB von russischen Konten möglich.


Neues Sozialversicherungssystem in Russland


Zum 1. Januar 2010 wurde die bisher geltende „Einheitliche Sozialsteuer“ abgeschafft. Nunmehr werden Beiträge zu den Sozialversicherungsfonds (Rentenfonds, Sozialversicherungsfonds, föderaler und kommunaler Krankenversicherungsfonds) erhoben. Wesentliche Änderung ist die Abkehr von der bisher gegenleistungslosen Sozialsteuer.

Der Gesamttarif der Beiträge wurde im Jahr 2012 durch die Änderungen von 34% bis auf 30% reduziert.

Der Pensionsversicherungsbeitrag beträgt 22%, der Beitrag zum Sozialversicherungsfonds liegt bei 2,9%. Die Krankenversicherungsbeiträge liegen bei 5,1% für den föderalen Krankenversicherungsfond.

Die Kalkulation der Bemessungsgrundlage für die Beiträge wurde ab 1. Januar 2013 geändert. Darüber hinaus ist als maximale Bemessungsgrundlage für die Belastung mit 30% ein Betrag des Jahresgehaltes des jeweiligen Mitarbeiters in Höhe von RUB 568.000,-- festgelegt worden. Dabei ist zu beachten, dass 10% der Beiträge auf den die genannte Summe überschreitenden Betrag noch zu zahlen sind.

Wichtig für die Arbeitgeber, dass die Beitragspflicht der Unternehmen vom Status des ausländischen Mitarbeiters abhängig ist (ständiger Wohnsitz, zeitweiliger Wohnsitz, zeitweiliger Aufenthalt, hochqualifizierter Spezialist). Da können Befreiungen bzw. vergünstigte Beitragstarife angewendet werden.


Stand der Bearbeitung: Oktober 2014


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