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Juristische Themen

Verwaltung Arbeitnehmer in Singapur

Ich habe Fragen zu den Pflichten des Arbeitgebers im Rahmen der Verwaltung des singapurianischen Arbeitgebers.

Die Antworten auf die folgenden Fragen werden Ihnen wesentliche, für die Praxis wichtige Hinweise für die Verwaltung Ihres Arbeitnehmers in Singapur geben. Den Fragenkatalog sowie die Antworten hat Ihnen die im deutsch-singapurianischen Rechtsverkehr spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei Respondek & Fan (Singapur, Bangkok) erstellt.
Kontakt:
Herr Rechtsanwalt Dr. Andreas Respondek, respondek@rflegal.com
, Tel. +65 - 6324 0060
www.rflegal.com


1. Welche Erklärungspflichten bestehen vor Beginn der Tätigkeit des Arbeitnehmers in Singapur?

2. Wo sind die Sozialabgaben in Singapur zu zahlen?

3. Welche Vorgehensweise ist in Singapur für die Erstellung der Gehaltszettel und die Abführung der Sozialabgaben zu empfehlen?

4. Wer muss in Singapur den Arbeitnehmer bei den Sozialversicherungsträgern anmelden?

5. Wer hat in Singapur die gesetzliche Pflicht zur Abführung der Sozialabgaben?

6. Welche Möglichkeiten bestehen im Rahmen der Entsendung von Arbeitnehmern von Deutschland nach Singapur?

7. Wer führt in Singapur die Lohnsteuer ab?

8. Wie werden in Singapur grds. Spesen abgerechnet?

9. Welche Fiskalverwaltung ist bei der Anerkennung der Spesenabrechnung zuständig?


Antworten:


1. Welche Erklärungspflichten bestehen vor Beginn der Tätigkeit des Arbeitnehmers in Singapur?

Der Employment Act regelt lediglich, dass jeder Arbeitgeber bei Aufnahme der Tätigkeit durch den Arbeitnehmer diesen in ein Register aufnehmen muss, das den Namen, die Adresse, Brutto- und Nettolohn etc. enthält.

Ansonsten ist der Arbeitnehmer bei den Sozialversicherungsträgern CFP anzumelden.


2. Wo sind die Sozialabgaben in Singapur zu zahlen?

Die Sozialabgaben sind grundsätzlich an dem Ort zu zahlen, an dem der Arbeitnehmer tätig ist. Dies gilt unabhängig vom Sitz des Unternehmens.

Die Sozialabgaben sind in Singapur in den Central Provident Fund (CPF) einzuzahlen. Der CPF ist eine Art Pflichtsparplan für Bürger sowie für dauerhaft Ansässige.


3. Welche Vorgehensweise ist in Singapur für die Erstellung der Gehaltszettel und die Abführung der Sozialabgaben zu empfehlen?

Hier kann es von Vorteil sein, einen Dienstleister mit diesen Aufgaben zu betrauen. Dies empfiehlt sich insbesondere bei einer großen Anzahl von Arbeitnehmern. Der Dienstleister kann sämtliche Verwaltungsaufgaben wahrnehmen und ermöglicht deshalb eine kostenökonomische und effiziente Betreibung der singapurianischen Gesellschaft.


4. Wer muss in Singapur den Arbeitnehmer bei den Sozialversicherungsträgern anmelden?

Die Pflicht zur Anmeldung des Arbeitnehmers bei den singapurianischen Sozialversicherungsträgern liegt beim Arbeitgeber. Er muss sich darum kümmern, dass sowohl er selbst als auch der Arbeitnehmer die Sozialabgaben in den CPF abführen.


5. Wer hat in Singapur die gesetzliche Pflicht zur Abführung der Sozialabgaben?

Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer sind gesetzlich verpflichtet, zu Gunsten des Arbeitnehmers Sozialabgaben abzuführen.


6. Welche Möglichkeiten bestehen im Rahmen der Entsendung von Arbeitnehmern von Deutschland nach Singapur?

Unter Entsendung versteht man die vorübergehende Beschäftigung eines Arbeitnehmers, der gewöhnlich an einem bestimmten Ort (z.B. in Deutschland) tätig ist, an einen anderen Arbeitsort im Ausland (z.B. in Singapur). Die Entsendung ist jeweils für einen begrenzten Zeitraum geplant, nach dessen Ablauf der Arbeitnehmer an seinen gewöhnlichen Arbeitsort zurückkehren soll.

Bei der Entsendung ist zwischen dem Aspekt der Sozialversicherung einerseits und dem des Arbeitsrechts andererseits zu unterscheiden.

Der entsendete Arbeitnehmer kann bei der Entsendungsdauer von bis zu einem Jahr bei den Sozialversicherungsträgern im Entsendungsstaat gemeldet bleiben. Diese Jahresfrist kann danach einmalig um ein weiteres Jahr verlängert werden.

Wird ein Arbeitnehmer, der gewöhnlich in einem Unternehmen in Deutschland arbeitet, vorübergehend von Deutschland nach Singapur entsendet, so können die Sozialversicherungsbeiträge zunächst ein Jahr lang und bei Verlängerung insgesamt bis zu zwei Jahre lang weiter in Deutschland abgeführt werden. Nach Ablauf dieser Frist sind die Beiträge in Singapur zu zahlen.

Das Arbeitsrecht des Staates, in den der Arbeitnehmer entsendet wird, ist hingegen von Beginn an zu berücksichtigen und die Schutzvorschriften zugunsten der Arbeitnehmer (z.B. Arbeitszeit, Mindestlohn etc.) sind unbedingt einzuhalten.

Der von Deutschland nach Singapur entsendete Arbeitnehmer profitiert also von den in Singapur geltenden Mindeststandards des Arbeitnehmerschutzes, die allerdings grundsätzlich geringer als die deutschen Standards sind.


7. Wer führt in Singapur die Lohnsteuer ab?

Der Arbeitgeber ist generell nicht verpflichtet, die Lohnsteuer seiner Angestellten zurückzuhalten und an die Steuerbehörden abzuführen. Dafür ist der Arbeitnehmer selbst verantwortlich.

Den Arbeitgeber trifft aber eine Berichtspflicht. Er muss z.B. ein bestimmtes Formblatt zur Entlohnung der Angestellten erstellen.


8. Wie werden in Singapur grds. Spesen abgerechnet?

Spesen werden grundsätzlich wie in anderen Ländern auch gegen Vorlage von Belegen abgerechnet.

Sie können und sollten die unternehmensinternen Grenzen sowie diesbezügliche Richtlinien gesondert festlegen.


9. Welche Fiskalverwaltung ist bei der Anerkennung der Spesenabrechnung zuständig?

Für die Anerkennung der Spesenabrechung ist die deutsche Fiskalverwaltung zuständig,
solange das Unternehmen in Singapur keine Niederlassung hat und damit in Singapur steuerpflichtig ist.


Stand: 1. August 2011


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