CBBL - CROSS BORDER BUSINESS LAWYERS

Das weltweite Netzwerk deutschsprachiger Anwaltskanzleien

Juristisch sicher im Auslandsgeschäft


Juristische Themen

Testament in Spanien

Den folgenden Überblick zum Testament nach spanischem Erbrecht hat Ihnen die im deutsch-spanischen Rechtsverkehr spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei Monereo Meyer Marinel-lo Abogados (Madrid, Barcelona, Palma de Mallorca) erstellt.
Kontakt:
Frau Rechtsanwältin & Abogada Mónica Regaño Aguirre, mregano@mmmm.es, Tel. +34 – 91-319 96 86
www.mmmm.es


Das spanische Erbrecht räumt dem mittels Testament geäußerten Willen des Erblassers den Vorrang ein und geht im „Código Civil“ zunächst von der gewillkürten Erbfolge aus. Die Foralrechte der autonomen Regionen Spaniens regeln teilweise spezielle Testamentsformen bzw. -inhalte.

Der Erblasser kann nach spanischem Recht nur dann über sein Vermögen frei verfügen, wenn keine Pflichtteilsberechtigten bzw. Noterben vorhanden sind (Art. 763 CC). Über ein Drittel seines Vermögens kann der Erblasser frei verfügen („libre disposición“), über ein weiteres Drittel kann er nur zugunsten von Abkömmlingen verfügen („mejora“) und über das letzte Drittel seines Vermögens ist keine Verfügung möglich („legítima estricta“), da dieser Teil zwingend den Noterben vorbehalten bleibt.
Übergangenen, zwingenden Erben steht ein Ergänzungsanspruch zu. Sofern testamentarische Verfügungen den Erbanspruch eines zwingenden Erben mindern, können diese auf Antrag gerichtlich herabgesetzt werden.

Eine weitere hervorzuhebende Besonderheit des spanischen Erbrechts besteht darin, dass gemeinschaftliche Testamente und Erbverträge nicht zugelassen werden (Art. 669 und 1271 CC). Dieses Verbot betrifft ebenfalls von Spaniern im Ausland errichtete gemeinschaftliche Testamente (Art. 733 CC). Auch in diesem Zusammenhang sehen jedoch die regionalen Foralrechte teilweise abweichende Regelungen vor.
In einigen Fällen werden das gemeinschaftliche Testament und der Erbvertrag ausdrücklich zugelassen.

Das spanische Erbrecht behandelt den überlebenden Ehegatten nicht sehr vorteilhaft. In der Praxis treffen deshalb Ehegatten in der Regel Verfügungen von Todes wegen zugunsten des Ehepartners, zumeist in individuellen Testamente. Üblicherweise erhält hiernach der überlebende Ehepartner den Niessbrauch über die Gesamtheit des Nachlasses und die Erbquoten der sonstigen Erben am Eigentum werden erhöht. Hierbei wird vorgesehen, dass für den Fall, dass ein Erbe diese Verfügung zugunsten des Ehegatten anfechten sollte, dessen Erbquote auf den Pflichtteil reduziert werden soll. Diese testamentarische Regelung ist üblich und von der Rechtsprechung anerkannt.


Stand: 1. Dezember 2012


Diese Rechtsinformation zu Spanien stellt Ihnen zur Verfügung

Rechtsanwalt Spanien

Monereo Meyer Marinel-lo Abogados

Madrid
Alfonso XII, 30-5°
E-28014 Madrid
Tel. +34913199686
Fax. +34 - 91 - 308 53 68

www.mmmm.es

Kontakt aufnehmen

Herr Rechtsanwalt & Abogado
Stefan Meyer
smeyer@mmmm.es

Spanien Stefan Meyer

Zum Kanzleiprofil