CBBL - CROSS BORDER BUSINESS LAWYERS

Das weltweite Netzwerk deutschsprachiger Anwaltskanzleien

Juristisch sicher im Auslandsgeschäft


Juristische Themen

Eröffnung eines Gewerbe- oder Handwerkbetriebs in Spanien

Ich möchte mein Gewerbe gerne in Spanien anbieten und habe Fragen zur Eröffnung eines Gewerbe- oder Handwerkbetriebs

Die hier formulierten Antworten werden Ihnen wesentliche, für die Praxis wichtige Hinweise zur Eröffnung eines Gewerbe- oder Handwerkbetriebs in Spanien geben. Den Fragenkatalog sowie die Antworten hat Ihnen die im deutsch-spanischen Rechtsverkehr spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei MONEREO MEYER MARINEL-LO Abogados mit Büros in Madrid, Barcelona, Palma de Mallorca und Berlin erstellt.
Kontakt:
Herr Rechtsanwalt Florian Frank
, ffrank@mmmm, Tel. +34 / 93 487 58 94
www.mmmm.es


Der spanische Markt bietet deutschen, österreichischen und schweizerischen Gewerbetreibenden und insbesondere Handwerkern sehr gute Möglichkeiten, Leistungen anzubieten, mit denen sie einzigartig und konkurrenzlos sind. Dabei sollten u.a. auch die in Spanien geltenden gewerberechtlichen Regeln bekannt sein.

1. Wird meine gewerbliche oder handwerkliche Qualifikation in Spanien anerkannt?

2. Ist es obligatorisch, sich einem Verband anzuschließen oder sich bei einer zuständigen Kammer anzumelden, um einen industriellen Betrieb in Spanien zu führen oder ein Handwerk zu betreiben?


Antworten:


1. Wird meine gewerbliche oder handwerkliche Qualifikation in Spanien anerkannt?

Wie überall in der Europäischen Union erkennt das spanische Industriegesetz „Ley de Industria“ in Umsetzung der Richtlinie 2006/123/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 12. Dezember 2006 über Dienstleistungen im Binnenmarkt auch in Spanien die Niederlassungsfreiheit im Hinblick auf Gründung, Erweiterung und Verlegung eines industriellen Betriebes an.

Dennoch wird vom Gewerbeunternehmer und Handwerker eine beweiskräftige und alle Anforderungen erfüllende Erklärung zu seiner Fachkompetenz verlangt, zu deren Einhaltung er sich während der Ausübung des entsprechenden Gewerbes oder Handwerks verpflichtet.

Ebenso gilt für gewerbetreibende natürliche Personen oder Unternehmen aus dem Ausland, dass sie in ihrem EU-Herkunftsstaat registriert sein muss, dass sie die in ihrem Herkunftsstaat geltenden Mindestanforderungen erfüllen.

Die besagte beweiskräftige Erklärung ist vom ersten Tag der Durchführung des Gewerbes in ganz Spanien und auf unbestimmte Dauer gültig.

Je nach autonomer Region kann man verschiedene Identifikations- bzw. Registrierungsformen für Gewerbebetriebe finden. Wir sprechen hierbei vom (i) „Registro de Empresa Instaladora“ oder vom (ii) „Carné de instalador“.

Im staatlichen oder autonomen „Registro Integrado Industrial „ müssen mindestens die folgende Daten aufgeführt sein:

a) Information zum Unternehmen: Steuernummer, Firmenname oder Firmenbezeichnung, Sitz und Haupttätigkeit.

b) Information zur Niederlassung: Steuernummer, Firmenbezeichnung oder Firmenlogo, Standort, Hauptgeschäftstätigkeit.

Diese Daten öffentlichen Interesses sind allgemein zugänglich und dienen im Speziellen dazu, von den Behörden und Verbrauchern zu ihrem eigenen Schutz eingesehen zu werden.

Achtung Balearen: In bestimmten Berufen ist der Nachweis eines Titels nicht gleichzusetzen mit dem Erlangen einer entsprechenden beruflichen Zulassung/Akkreditierung. In diesem Fall schreibt das zuständige Gesetz die Teilnahme an Kursen einer offiziellen Ausbildungseinrichtung vor.


2. Ist es obligatorisch, sich einem Verband anzuschließen oder sich bei einer zuständigen Kammer anzumelden, um einen industriellen Betrieb in Spanien zu führen oder ein Handwerk zu betreiben?

Die durch das sogenannte „Ley Ómnibus“ in Spanien umgesetzte Dienstleistungsrichtlinie versucht „einen rechtlichen Rahmen für die Garantie von Niederlassungsfreiheit und Dienstleistungen in der EU“ zu entwerfen. Die Richtlinie erkennt an, dass die Auflagen der Berufsverbände, wie z.B. die verpflichtende Anmeldung, die Zahlung eines Bebauungsvisums, die Preisorientierung, die Werbungsbegrenzung oder die Zulassungsbestimmungen für Ausländer, die sich in Spanien niederlassen möchten, in einem Widerspruch zur freien Dienstleistungserbringung stehen.

Achtung Katalonien: Gemäß dem „Ley autonómica“ (Ley 7/2006 vom 31. Mai) über die Geschäftstätigkeit diplomierter Gewerbe und Berufsverbände, ist die Anmeldung beim Berufsverband (oder industriellen Gewerkschaften) nicht notwendig, wenn es sich um Freiberufler aus der EU handelt, die sich dauerhaft in jedem Land der EU rechtlich niederlassen können und ihren Beruf gelegentlich oder temporär in Katalonien ausüben möchten.

Weiterführender link: Unternehmensgründung in Spanien


Stand: 1. März 2013


Diese Rechtsinformation zu Spanien stellt Ihnen zur Verfügung

Rechtsanwalt Spanien

Monereo Meyer Marinel-lo Abogados

Madrid
Alfonso XII, 30-5°
E-28014 Madrid
Tel. +34913199686
Fax. +34 - 91 - 308 53 68

www.mmmm.es

Kontakt aufnehmen

Herr Rechtsanwalt & Abogado
Stefan Meyer
smeyer@mmmm.es

Spanien Stefan Meyer

Zum Kanzleiprofil