CBBL - CROSS BORDER BUSINESS LAWYERS

Das weltweite Netzwerk deutschsprachiger Anwaltskanzleien

Juristisch sicher im Auslandsgeschäft


Juristische Themen

Gründung Gesellschaft in Spanien: Vor- und Nachteile

Die Antworten auf die folgenden Fragen werden Ihnen wesentliche, für die Praxis wichtige Hinweise dazu geben, ob Sie eine Gesellschaft oder eine unselbständige Zweigniederlassung gründen sollten, und welches die Vorteile beider Möglichkeiten sind. Den Fragenkatalog sowie die Antworten hat Ihnen die im deutsch-spanischen Rechtsverkehr spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei Monereo Meyer Marinel-lo Abogados (Madrid, Barcelona, Palma de Mallorca, Berlin) erstellt.
Kontakt:
Herr Rechtsanwalt Stefan Meyer, smeyer@mmmm.es; Tel. +34 - 91-319 96 86
www.mmmm.es


1. Welche Vorteile bringt die Gründung einer Gesellschaft in Spanien mit sich?

2. Ist der Verwaltungsaufwand geringer, wenn ich nur eine unselbständige Zweigniederlassung gründe?

3. Wann besteht das Risiko einer Doppelbesteuerung?


Antworten:


1. Welche Vorteile bringt die Gründung einer Gesellschaft in Spanien mit sich?

  • Für eine unselbständige Zweigniederlassung haftet die deutsche Gesellschaft ohne Einschränkung.
  • Durch eindeutige Rechnungsstellung zwischen Mutter- und Tochtergesellschaft kann das Risiko einer Doppelbesteuerung verhindert werden.
  • Im Gegensatz zur Niederlassung besteht keine Pflicht zur Ernennung eines in Spanien ansässigen Vertreters gegenüber dem Finanzamt, der gesamtschuldnerisch neben der Niederlassung bzw. der Muttergesellschaft haftet.
  • Im Vergleich zu Niederlassungen unterliegt eine spanische Gesellschaft geringeren Beschränkungen hinsichtlich der Absetzbarkeit von Ausgaben im Verhältnis zum Mutterunternehmen. Niederlassungen können Zahlungen an die Muttergesellschaft oder andere Niederlassungen derselben Gruppe nämlich dann nicht absetzen, wenn diese sich auf Zinsen, Provisionen oder Lizenzgebühren beziehen.


2. Ist der Verwaltungsaufwand geringer, wenn ich nur eine unselbständige Zweig- niederlassung gründe?

Die Gründung einer Niederlassung ist mit geringerem Verwaltungsaufwand verbunden als die Gründung einer eigenen Gesellschaft, da u.a. keine Satzungen erstellt werden müssen.

Der laufende Verwaltungsaufwand ist allerdings nicht geringer, wenn Sie nur eine unselbständige Zweigniederlassung gründen. Konkret dürfen die im Handelsregister der Muttergesellschaft hinterlegten Jahresabschlüsse der Muttergesellschaft im spanischen Handelsregister nach ihrer vereidigten Übersetzung hinterlegt werden. Wenn aber die Muttergesellschaft in ihr Heimatland keine Verpflichtung zur Hinterlegung des Jahresabschlusses hat, ist für eine unselbständige Zweigniederlassung die Buchhaltung nach spanischen Vorschriften zu führen und auch eine Bilanz in Spanien zu erstellen. Ferner sind grundsätzlich die gleichen Steuererklärungen einzureichen sowie die gleichen arbeits- bzw. sozialversicherungsrechtlichen Pflichten zu erfüllen.


3. Wann besteht das Risiko einer Doppelbesteuerung?

Mit Wirkung zum 1. Januar 2012 soll ein neues Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Spanien und Deutschland in Kraft treten, welches das seit 1968 gültige Abkommen ablösen wird.

Das neue Abkommen beruht im Wesentlichen auf dem Musterabkommen der OECD aus dem Jahr 2008. Die neuen Regelungen hinsichtlich Artikel 7, die im jüngsten Musterabkommen der OECD aus dem Jahr 2010 enthalten sind, werden somit nicht berücksichtigt. Besagter Artikel 7 betrifft Einkünfte, die Betriebsstätten zugerechnet werden können. Dies geschieht nunmehr gemäß dem Grundsatz des „functionally separate entity approach”. Ebenfalls wird eine Regelung aufgenommen, welche die Doppelbesteuerung verhindern soll, die auf möglichen Anpassungen von einem der beiden Staaten beruht.

Da das neue Abkommen im Wesentlichen den Inhalt von Artikel 7 des vorherigen Abkommens wiedergibt, kann es weiterhin zu Doppelbesteuerungen kommen, die auf dem fehlenden Einvernehmen zwischen den OECD-Mitgliedsstaaten beruhen hinsichtlich der Auslegung des alten Artikels 7 des Musterabkommens der OECD und somit hinsichtlich der Regelung von Einkünften, die Betriebsstätten zugerechnet werden.


Stand: 1. August 2011


Diese Rechtsinformation zu Spanien stellt Ihnen zur Verfügung

Rechtsanwalt Spanien

Monereo Meyer Marinel-lo Abogados

Madrid
Alfonso XII, 30-5°
E-28014 Madrid
Tel. +34913199686
Fax. +34 - 91 - 308 53 68

www.mmmm.es

Kontakt aufnehmen

Herr Rechtsanwalt & Abogado
Stefan Meyer
smeyer@mmmm.es

Spanien Stefan Meyer

Zum Kanzleiprofil