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Juristische Themen

Immobilieninvestitionen mittels einer zu gründenden Zweigniederlassung in Spanien

Steuerliche Aspekte

Der folgende Beitrag wird Ihnen praktische Hinweise zur Frage der steuerlichen Behandlung von Immobilieninvestitionen mittels spanischer Zweigniederlassungen geben. Er wurde von der im deutsch-spanischen Rechtsverkehr spezialisierten Rechtsanwaltskanzlei MONEREO MEYER MARINEL-LO Abogados mit Büros in Madrid, Barcelona, Palma de Mallorca und Berlin erstellt.
Kontakt:
Rechtsanwalt Stefan Meyer
, smeyer@mmmm.es, Tel. +34 – 91-319 96 86
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An dieser Stelle muss zunächst festgehalten werden, dass spanische Zweigniederlassungen ausländischer Gesellschaften der besonderen spanischen „Steuer für Nichtgebietsansässige mit Betriebsstätte“ unterliegen. Auch sind spanische Zweigniederlassungen im Hinblick auf Doppelbesteuerungsabkommen, die dem OCDE-Modell folgen, sowie auch entsprechend der spanischen Steuergesetze grds. als spanische Betriebsstätte einzustufen. In Bezug auf die Bestimmung der in Spanien zu veranlagenden Beträge gelten grds. Kriterien des spanischen Körperschaftsteuerrechts sowie besondere Kriterien des jeweils anwendbaren Doppelbesteuerungsabkommens.

Insoweit unterliegen spanische Zweigniederlassungen ausländischer Unternehmen folgenden Steuersätzen:

1. Im Geschäftsjahr 2015 = 28 %
2. Veranlagungszeiträume ab dem 1. Januar 2016 = 25 %

Was die Besteuerung deutscher Immobilienfonds in Spanien betrifft, die mittels einer Zweigniederlassung in Spanien tätig werden, ist auch die Struktur des deutschen Kapitalanlagerechts zu berücksichtigen. Insoweit existieren in Spanien zwei verschiedene Interpretationsmöglichkeiten, denen die spanische Steuerpraxis folgt:

a) Juristische Position
b) Wirtschaftliche Position

Bei der juristischen Position (vorstehend a) wird auf die spanische Zweigniederlassung als Investor und Bestandhalter der Immobilien abgestellt. Die abstrakten Vermögensmassen (Immobilienfonds), die seitens der Kapitalverwaltungsgesellschaft bzw. mittels der spanischen Zweigniederlassung der deutschen Kapitalverwaltungsgesellschaft gemanagt werden, spielen aus der Sicht der spanischen Steuerverwaltung keine Rolle.

Bei der wirtschaftlichen Interpretation (vorstehend b) wird die spanische Zweigniederlassung lediglich in Bezug auf die seitens der Immobilienfonds an diese ausgeschütteten Provisionen versteuert und die Immobilienfonds werden für die auf spanischem Territorium generierten Mieteinnahmen versteuert.

In der spanischen Steuerpraxis existieren derzeit beide Positionen nebeneinander, d.h. es gibt deutsche Immobilienfonds, die in Spanien entsprechend dem juristischen Kriterium veranlagt werden als auch solche, die entsprechend dem wirtschaftlichen Kriterium veranlagt werden. Auch existieren verbindliche Steuerauskünfte für beide Positionen, wobei in letzter Zeit eine leichte Tendenz hin zu den wirtschaftlichen Kriterien zu beobachten ist.

Als Alternative zu einer Investition mittels einer spanischen Zweigniederlassung soll an dieser Stelle kurz die Direktinvestition, die seitens der deutschen Kapitalverwaltungsgesellschaft ohne Gründung einer spanischen Zweigniederlassung beleuchtet werden. Auch insoweit gab es zum 1. Januar 2015 eine Gesetzesänderung:

Im Falle von Direktinvestitionen von Gesellschaften, die zwar nicht in Spanien aber in einem anderen EU-Land ansässig sind und dementsprechend auch nicht über eine Betriebsstätte in Spanien verfügen, gelten ab dem 1. Januar 2015 folgende Steuersätze:

1. 20 % bis zum 11. Juli 2015
2. 19,5 % ab dem 12. Juli 2015
3. 19 % ab dem 1. Januar 2016

Eine wichtige Neuregelung in diesem Zusammenhang betrifft die Behandlung der Betriebskosten. Während vor dem 1. Januar 2015 im Falle von Direktinvestitionen Betriebskosten in Spanien praktisch nicht abzusetzen waren, gelten nun auch für Direktinvestitionen verschiedene Kriterien aus dem spanischen Körperschaftsteuerrecht, die es möglich machen, dass bestimmte Kostenpositionen unter der Voraussetzung, dass deren Zusammenhang mit der in Spanien realisierten Tätigkeit nachgewiesen werden kann, steuerlich als Betriebskosten anerkannt werden können.

Vorbehaltlich eines Detailstudiums könnte eine Direktinvestition nach der Neuregelung des spanischen Körperschaftsteuergesetzes durchaus attraktiv sein.


Stand der Bearbeitung: 31. Juli 2015


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