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Wertzuwachssteuer in Spanien

Die hier formulierten Hinweise zu Wertzuwachssteuern hat die im deutsch-spanischen Rechtsverkehr spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei MONEREO MEYER MARINEL-LO Abogados mit Büros in Madrid, Barcelona und Palma de Mallorca erstellt.
Kontakt:
Herr Rechtsanwalt & Abogado Nils Döhler
ndoehler@mmmm.es
Tel. +34 – 91-319 96 86
www.mmmm.es


Bei der Wertzuwachssteuer in Spanien handelt es sich um eine den lokalen Steuerbehörden der Gemeinden zustehende Steuerart, die im allgemeinen Sprachgebrauch auch als plusvalía municipal bezeichnet wird – ihr vollständiger Name lautet „Steuer auf den Zuwachs des Wertes der Grundstücke städtischer Natur“ (Impuesto sobre el Incremento del Valor de los Terrenos de Naturaleza Urbana – kurz IIVTNU). Die Wertzuwachssteuer ist nicht mit den Gewinnbesteuerungspflichten in Spanien zu verwechseln.

Geregelt ist die gemeindliche Wertzuwachssteuer in den Artikeln 104 bis 110 des “Gesetzes zur Regelung der lokalen Steuerbehörden” (Ley Reguladora de Haciendas Locales), in seiner Fassung eingeführt durch das Königliche Gesetzesdekret 2/2005, vom 5. März. Sie fällt bei jedem Eigentumswechsel an (Verkauf, Schenkung, Erbschaft, Vermächtnis, etc.) und besteuert allgemein den über die Jahre generierten, inhärenten Wertzuwachs des Grund und Bodens. Der zu versteuernde Wertzuwachs berechnet sich auf der Basis des reinen Bodenwerts des Objekts gemäß den im spanischen Katasteramt (Oficina de Catastro) festgelegten Werten, die im Regelfall nicht dem Marktwert entsprechen.

Der so ermittelte Bodenwert zum Übertragungszeitpunkt wird dann

  • in einem ersten Schritt, je nach Anzahl der vergangenen Jahre seit dem letzten Eigentumswechsel, mit einem von der Gemeinde zu definierenden Prozentsatz korrigiert, wobei sich Letzterer aus der Anzahl der vergangenen Jahren (maximaler Veranlagungszeitraum sind 20 Jahre), multipliziert mit einem Faktor von maximal 3,0 bis 3,7 ergibt.
  • Aus der so berechneten Besteuerungsgrundlage, errechnet sich dann in einem zweiten Schritt, unter Anwendung eines gemeindlich festgelegten Steuersatzes (der 30% nicht überschreiten darf), die zu zahlende Steuerschuld.
Die Frist zur Zahlung hängt wiederum in erster Linie davon ab, welcher Umstand den Eigentumswechsel auslöst. Bei Rechtsgeschäften unter Lebenden beträgt diese allgemein 30 Werktage seit der Eigentumsübertragung, wobei die Gemeinde diese Frist als Selbstveranlagungsverfahren ausgestalten kann, sodass die Steuer dann auch in der genannten Frist zu zahlen ist. Im Erbfall beträgt die Frist hingegen 6 Monate seit dem Versterben des Erblassers, die unter gewissen Umständen verlängert werden kann.

Wichtig zu beachten ist, dass es sich zwar rechnerisch um eine objektivierte Berechnungsmethode handelt, welche allerdings nicht zu einer Besteuerung eines gewissermaßen rein fiktiven Wertzuwachses führen darf, der losgelöst vom Vorliegen eines tatsächlichen Vermögenzuwachses zu sehen ist. In diesem Zusammenhang häuft sich in den letzten Jahren die Rechtsprechung, die im Einzelfall die Einforderung der Wertzuwachssteuer durch die Gemeindesteuerverwaltung als rechtswidrig eingestuft hat, sofern bspw. beim Verkauf der Immobilie tatsächlich kein Vermögensgewinn erzielt worden ist, weil das Objekt unter dem damaligen Anschaffungspreis verkauft werden musste.


Stand der Bearbeitung: 1. Dezember 2015


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