CBBL - CROSS BORDER BUSINESS LAWYERS

Das weltweite Netzwerk deutschsprachiger Anwaltskanzleien

Juristisch sicher im Auslandsgeschäft


Juristische Themen

Kündigung von Arbeitsverträgen in Südafrika

Die folgenden wichtigen Hinweise zur Kündigung von Arbeitnehmern Südafrika hat die im deutsch-südafrikanischen Rechtsverkehr spezialisierte Anwaltskanzlei IBN Business & Immigration Solutions mit Büros in Kapstadt, Johannesburg und Stellenbosch sowie Repräsentanz in Berlin erstellt.
Kontakt:
Herr Rechtsanwalt Andreas Krensel, krensel@ibn.co.za, Tel. +27 (0)21 - 4222 620
www.ibn.co.za


Kündigung
Basierend auf dem LRA (der „Labour Relations Act“ ist das „Grundgesetz des Arbeitsrechts“ in Südafrika) des südafrikanischen Arbeitsrechts setzt eine erfolgreiche Kündigung einen rechtmäßigen Kündigungsgrund und ein faires Kündigungsverfahren voraus. Eine Kündigung muss schriftlich unter Angabe eines wahren und vernünftigen Kündigungsgrundes ausgesprochen werden. Die Kündigungsfrist beträgt beispielsweise vier Wochen für ein Arbeitsverhältnis, das länger als ein Jahr bestand.
Zu beachten ist, dass im Vergleich mit dem deutschen Kündigungsschutzgesetz (KSchG), der Kündigungsschutz in Südafrika nicht erst bei Betrieben mit mindestens zehn Arbeitnehmern oder bei Arbeitsverhältnissen mit einer Dauer von länger als sechs Monaten greift, sondern keinerlei Ausnahmen macht.
Das LRA unterscheidet zwischen gerechtfertigter und ungerechtfertigter Kündigung. Eine ungerechtfertigte Kündigung ist per gesetzlicher Definition (z.B.):

  • Kündigung während der Schwangerschaft
  • Kündigung aufgrund der Teilnahme an einem gesetzlich geschützten Streik
  • Kündigung aufgrund willkürlicher Diskriminierung oder
  • Kündigung wegen der Mitgliedschaft in einer Arbeitnehmerorganisation.
Liegt kein solches faktisches Kündigungsverbot vor, so ist eine Kündigung dennoch unzulässig, wenn der Arbeitgeber nicht nachweisen kann, dass die Kündigung wegen eines in der Person oder im Verhalten des Arbeitnehmers liegenden Grundes, oder dass sie aus betrieblichen Gründen gerechtfertigt war und im Rahmen eines fairen Verfahrens ausgesprochen wurde.

Das faire Verfahren (fair procedure) ist ebenfalls im Arbeitsrecht geregelt. Abhängig von der Schwere des Verstoßes, ist vor Ausspruch einer verhaltensbedingten Kündigung ein Disziplinarverfahren erforderlich. Man unterscheidet zwischen schwerwiegenden und geringfügigen Verstößen.

Die verschiedenen Disziplinarmaßnahmen sind:

1. Rücksprache
2. mündliche Abmahnung
3. schriftliche Abmahnung
4. zweite schriftliche Abmahnung
5. dritte und gleichzeitig letzte schriftliche Abmahnung

Abhängig von der Schwere des Verstoßes kann der Arbeitgeber auch sofort eine schriftliche Abmahnung oder gar eine letzte schriftliche Abmahnung aussprechen. Die oben genannten Schritte müssen nicht zwingend bei jedem Verstoß eingehalten werden. Besteht der Kündigungsgrund allein darin, dass der Arbeitnehmer mangelhafte Arbeitsleistungen erbracht hat, muss der Arbeitgeber vor Ausspruch einer Kündigung darauf hingewirkt haben, dass sich die Performance des Arbeitnehmers verbessert. Wird eine Kündigung ausgesprochen, so hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Bevor eine Kündigung ausgesprochen wird, muss er ferner alternative Beschäftigungsmöglichkeiten in Betracht ziehen und dem Arbeitnehmer anbieten.


Stand: 1. November 2012


Diese Rechtsinformation zu Südafrika stellt Ihnen zur Verfügung

Rechtsanwalt Südafrika

IBN Business and
Immigration Solutions
100 New Church Street
Tamboerskloof
8001 Kapstadt
South Afrika
Tel. +27 (0)21 - 4222 620
Fax. +27 (0)21 - 4222 621

www.ibn.co.za

Kontakt aufnehmen

Herr Andreas Krensel, LL.M.
krensel@ibn.co.za

Suedafrika Andreas Krensel

Zum Kanzleiprofil