CBBL - CROSS BORDER BUSINESS LAWYERS

Das weltweite Netzwerk deutschsprachiger Anwaltskanzleien

Juristisch sicher im Auslandsgeschäft


Juristische Themen

Arbeitsgerichtliches Verfahren in Thailand

Ich habe Fragen zum Ablauf von Prozessen vor den thailändischen Arbeitsgerichten.

Die Antworten auf die folgenden Fragen werden Ihnen wesentliche, für die Praxis wichtige Hinweise zum Ablauf von Prozessen vor den thailändischen Arbeitsgerichten geben. Den Fragenkatalog sowie die Antworten hat Ihnen die im deutsch-thailändischen Rechtsverkehr spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei Respondek & Fan (Singapur, Bangkok) erstellt.
Kontakt:
Herr Rechtsanwalt Dr. Andreas Respondek, respondek@rflegal.com, Tel. +66 - 2-635 5498
www.rf-legal.com


1. Wie verläuft in Thailand das Verfahren in erster Instanz?

2. Wie sind die Arbeitsgerichte in Thailand besetzt?

3. Welche Beweise können in Thailand beigebracht werden?

4. Wie lange dauern die Prozesse in Thailand?


Antworten:


1. Wie verläuft in Thailand das Verfahren in erster Instanz?

Das arbeitsgerichtliche Verfahren ist im Act on the Establishment of Labour Courts and Labour Court Procedure BE 2522 geregelt.

Bevor gerichtliche Schritte eingeleitet werden, muss in der Regel versucht werden, sich gütlich zu einigen. Zunächst werden von beiden Parteien Bevollmächtigte ernannt, die versuchen, ein amicable settlement zu erreichen. Schlägt dieser Versuch, eine Einigung zu erzielen, fehl oder hält sich eine Partei nicht an die getroffenen Vereinbarungen, wird der Fall vor den Conciliation Officer gebracht, der nun versucht, im Wege der Mediation eine Einigung zu erzielen.

Schlägt auch dies fehl, kommt der Fall vor das Labor Relations Committee, welches ein Schiedsgericht (Arbitration Court) darstellt.

Gegen die Entscheidung des Labor Relations Committee kann innerhalb von sieben Tagen beim Minister of the Interior vorgegangen werden oder Klage beim Labour Court eingereicht werden, ansonsten ist der Schiedsspruch rechtskräftig.

Anwaltszwang herrscht vor thailändischen Gerichten nicht, anwaltliche Vertretung wird aber dennoch empfohlen.

Die Kostenerstattung bzw. -verteilung liegt in Thailand im Ermessen des Gerichts, d.h. auch der obsiegenden Partei können die Kosten des Verfahrens auferlegt werden.


2. Wie sind die Arbeitsgerichte in Thailand besetzt?

Das Labor Relations Committee besteht aus einem oder drei Schiedsrichtern.

Der Labour Court besteht aus Berufsrichtern und beisitzenden Richtern. Während die Berufsrichter besonderes Wissen im Arbeitsrecht besitzen, handelt es sich bei den beisitzenden Richtern um Laien, die jeweils ernannt werden. Allerdings muss es sich bei den Berufsrichtern nicht um Rechtsgelehrte handeln, es können vielmehr auch Mitarbeiter des Arbeitsministeriums zu Richtern am Arbeitsgericht berufen werden.


3. Welche Beweise können in Thailand beigebracht werden?

Die Art des Verfahrens richtet sich in Ermangelung einer Prozessordnung nach dem vorsitzenden Richter. Es gilt zwar grundsätzlich eine freie Beweiswürdigung. Die Beweise sind in aller Regel aber vor der eigentlichen Verhandlung beizubringen. Vor dem Gericht selbst finden keine Beweisaufnahmen und Zeugenvernehmungen statt.


4. Wie lange dauern die Prozesse in Thailand?

Thailändische Gerichtsverfahren sind oft langwierig, Vertagungen sind nicht ungewöhnlich.


Stand: 1. August 2011


Diese Rechtsinformation zu Thailand stellt Ihnen zur Verfügung

Rechtsanwalt Thailand

Respondek & Fan Pte. Ltd.
Attorneys at Law
323 Silom Road, United Center, 39th Floor, Unit 3904 B
10500 THA-Bangkok
Tel. +66 - 2 - 635 5498
Fax. +66 - 2 - 635 5499

www.rflegal.com

Kontakt aufnehmen

Herr RA Dr. Andreas Respondek
respondek@rflegal.com

Thailand Dr. Andreas Respondek

Zum Kanzleiprofil