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Juristische Themen

Verwaltung von Arbeitnehmern in Thailand

Ich habe Fragen zu den Pflichten des Arbeitgebers im Rahmen der Verwaltung des thailändischen Arbeitgebers.

Die Antworten auf die folgenden Fragen werden Ihnen wesentliche, für die Praxis wichtige Hinweise für die Verwaltung Ihres Arbeitnehmers in Thailand geben. Den Fragenkatalog sowie die Antworten hat Ihnen die im deutsch-thailändischen Rechtsverkehr spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei Respondek & Fan (Singapur, Bangkok) erstellt.
Kontakt:
Herr Rechtsanwalt Dr. Andreas Respondek, respondek@rflegal.com, Tel. +66 - 2-635 5498
www.rf-legal.com


1. Welche Erklärungspflichten bestehen vor Beginn der Tätigkeit des Arbeitnehmers in Thailand?

2. Wo sind in Thailand die Sozialabgaben zu zahlen?

3. Welche Vorgehensweise ist für die Erstellung der Gehaltszettel und die Abführung der Sozialabgaben in Thailand zu empfehlen?

4. Wer muss den Arbeitnehmer bei den thailändischen Sozialversicherungsträgern anmelden?

5. Wer hat in Thailand die gesetzliche Pflicht zur Abführung der Sozialabgaben?

6. Welche Möglichkeiten bestehen im Rahmen der Entsendung von Arbeitnehmern von Deutschland nach Thailand?

7. Wer führt in Thailand die Lohnsteuer ab?

8. Wie werden in Thailand grundsätzlich Spesen abgerechnet?

9. Welche Fiskalverwaltung ist bei der Anerkennung der Spesenabrechnung zuständig, die deutsche oder die thailändische?


Antworten:


1. Welche Erklärungspflichten bestehen vor Beginn der Tätigkeit des Arbeitnehmers in Thailand?

Der Labour Relations Act regelt lediglich, dass jeder Arbeitgeber, der regelmäßig zehn oder mehr Arbeitnehmer beschäftigt, seine Arbeitnehmer in ein Register aufnehmen muss, das den Namen, die Adresse, Brutto- und Nettolohn etc. enthält. Außerdem benötigt der Arbeitgeber ein Dokument, aus dem sich die Berechnung der Löhne und Gehälter ergibt.
Der Arbeitnehmer ist innerhalb von 30 Tagen nach Anstellung bei den Sozialversicherungsträgern (Zone Office of Social Security) anzumelden. Geschieht dies nicht, ist eine bis zu sechsmonatige Freiheitsstrafe bzw. eine Geldstrafe von bis zu THB 20.000 (ca. EUR 467) möglich.


2. Wo sind in Thailand die Sozialabgaben zu zahlen?

Die Sozialabgaben sind grundsätzlich an dem Ort zu zahlen, an dem der Arbeitnehmer tätig ist (Zone Office of Social Security). Dies gilt unabhängig vom Sitz des Unternehmens.

Die Sozialabgaben sind in Thailand in den Social Securities Fund bzw. den Workmen’s Compensation Fund einzuzahlen.


3. Welche Vorgehensweise ist für die Erstellung der Gehaltszettel und die Abführung der Sozialabgaben in Thailand zu empfehlen?

Hier kann es von Vorteil sein, einen Dienstleister mit diesen Aufgaben zu betrauen. Dies empfiehlt sich insbesondere bei einer großen Anzahl von Arbeitnehmern. Der Dienstleister kann sämtliche Verwaltungsaufgaben übernehmen und ermöglicht deshalb einen kostenökonomischen und effizienten Betrieb der thailändischen Gesellschaft.


4. Wer muss den Arbeitnehmer bei den thailändischen Sozialversicherungsträgern anmelden?

Die Pflicht zur Anmeldung des Arbeitnehmers bei den Sozialversicherungsträgern liegt beim Arbeitgeber. Er muss sich auch darum kümmern, dass sowohl er als auch der Arbeitnehmer die Sozialabgaben abführen.


5. Wer hat in Thailand die gesetzliche Pflicht zur Abführung der Sozialabgaben?

Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer sind gesetzlich verpflichtet, zu Gunsten des Arbeitnehmers Sozialabgaben abzuführen.


6. Welche Möglichkeiten bestehen im Rahmen der Entsendung von Arbeitnehmern von Deutschland nach Thailand?

Unter Entsendung versteht man die vorübergehende Beschäftigung eines Arbeitnehmers, der gewöhnlich an einem bestimmten Ort (z.B. in Deutschland) tätig ist, an einen anderen Arbeitsort im Ausland (z.B. in Thailand). Die Entsendung ist jeweils für einen begrenzten Zeitraum geplant, nach dessen Ablauf der Arbeitnehmer an seinen gewöhnlichen Arbeitsort zurückkehren soll.

Bei der Entsendung ist zwischen dem Aspekt der Sozialversicherung einerseits und dem des Arbeitsrechts andererseits zu unterscheiden.

Der entsendete Arbeitnehmer kann bei der Entsendungsdauer von bis zu einem Jahr bei den Sozialversicherungsträgern im Entsendungsstaat gemeldet bleiben. Diese Jahresfrist kann danach einmalig um ein weiteres Jahr verlängert werden.

Wird ein Arbeitnehmer, der gewöhnlich in einem Unternehmen in Deutschland arbeitet, vorübergehend von Deutschland nach Thailand entsendet, so können die Sozialversicherungsbeiträge zunächst ein Jahr lang und bei Verlängerung insgesamt bis zu zwei Jahre lang weiter in Deutschland abgeführt werden. Nach Ablauf dieser Frist sind die Beiträge in Thailand zu zahlen.

Das Arbeitsrecht des Staates, in den der Arbeitnehmer entsendet wird, ist hingegen von Beginn an zu berücksichtigen und die Schutzvorschriften zugunsten der Arbeitnehmer (z.B. Arbeitszeit, Mindestlohn etc.) sind unbedingt einzuhalten.


7. Wer führt in Thailand die Lohnsteuer ab?

Der Arbeitgeber ist generell nicht verpflichtet, die Lohnsteuer seiner Angestellten zurückzuhalten und an die Steuerbehörden abzuführen. Dafür ist der Arbeitnehmer im Rahmen seiner Steuererklärung selbst verantwortlich.

Den Arbeitgeber trifft aber eine Berichtspflicht. Er muss z.B. ein bestimmtes Formblatt zur Entlohnung der Angestellten erstellen.


8. Wie werden in Thailand grds. Spesen abgerechnet?

Spesen werden grundsätzlich wie in anderen Ländern auch gegen Vorlage von Belegen abgerechnet.

Sie können und sollten die unternehmensinternen Grenzen sowie diesbezügliche Richtlinien gesondert festlegen.


9. Welche Fiskalverwaltung ist bei der Anerkennung der Spesenabrechnung zuständig, die deutsche oder die thailändische?

Für die Anerkennung der Spesenabrechung ist das jeweils zuständige deutsche Finanzamt zuständig.


Stand: 1. August 2011


Diese Rechtsinformation zu Thailand stellt Ihnen zur Verfügung

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