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Juristische Themen

Insolvenz in Thailand

Ich habe Fragen zur Insolvenz meines Unternehmens in Thailand.

Die Antworten auf die folgenden Fragen werden Ihnen wesentliche, für die Praxis wichtige Hinweise zur Insolvenz Ihres Unternehmens in Thailand geben. Den Fragenkatalog sowie die Antworten hat Ihnen die im deutsch-thailändischen Rechtsverkehr spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei Respondek & Fan (Singapur, Bangkok) erstellt.
Kontakt:
Herr Rechtsanwalt Dr. Andreas Respondek, respondek@rflegal.com, Tel. +66 - 2-635 5498
www.rf-legal.com


1. Was sind die Voraussetzungen für die Stellung des Insolvenzantrages in Thailand?

2. Wie läuft das Insolvenzverfahren in Thailand ab?

3. Welches sind die wichtigsten Beteiligten des thailändischen Insolvenzverfahrens?

4. In welcher Rangfolge werden die Gläubiger im thailändischen Insolvenzverfahren befriedigt?


Antworten:


1. Was sind die Voraussetzungen für die Stellung des Insolvenzantrages in Thailand?

Es gibt drei Möglichkeiten der Insolvenz: Die vom Schuldner initiierte Insolvenzanmeldung, die von den Gläubigern bei Gericht beantragte Insolvenz und die (gerichtliche oder aussergerichtliche) Reorganisation.

Grundvoraussetzung für die Insolvenz ist, dass die Schulden das Vermögen übersteigen. Die vom Schuldner selbst initiierte Insolvenzanmeldung erfolgt durch den eigenmächtig ernannten Liquidator. Wollen die Gläubiger die Insolvenz beantragen, müssen sie den Antrag an das Insolvenzgericht richten und beweisen, dass die Schulden das Vermögen überschreiten. Liegen die Voraussetzungen vor, ordnet das Gericht die sofortige Zwangsverwaltung durch einen Zwangsverwalter an.

Reorganisation bedeutet, dass sowohl Schuldner als auch Gläubiger daran interessiert sind, das insolvente Unternehmen zu sanieren. Dazu stellen beide gemeinsam einen Sanierungsplan auf. Die Aufsicht über die Einhaltung des Plans kann auch einem Gericht unterstellt werden. Durch die Durchführung einer erfolgsversprechenden Reorganisation kann die Zwangsvollstreckung ausgesetzt werden.


2. Wie läuft das Insolvenzverfahren in Thailand ab?

Sobald der Insolvenzantrag beim Insolvenzgericht gestellt ist, prüft das Gericht, ob die Voraussetzungen für eine Insolvenz vorliegen. Kommt es hier zu einem „positiven“ Ergebnis, wird ein Zwangsverwalter bestellt. Dieser wickelt sämtliche Verpflichtungen ab und fordert eventuelle Außenstände ein. Dem Unternehmensinhaber wird dabei die Verfügungsgewalt über sein Unternehmen entzogen.

Einigen sich die Parteien (Schuldner und Gläubiger) auf eine Reorganisation und erscheint eine solche möglich, sollte das Gericht dieser Einigung zustimmen.

Das Gericht hat darüber hinaus auch die Befugnis, die Auflösung des Unternehmens („Winding up“) anzuordnen, wobei die Auflösung auch freiwillig durch das Unternehmen selbst erfolgen kann.


3. Welches sind die wichtigsten Beteiligten des thailändischen Insolvenzverfahrens?

Die wichtigsten Beteiligten des thailändischen Insolvenzverfahrens sind das insolvente Unternehmen, der Insolvenzverwalter, der Liquidator des insolventen Unternehmens, das Insolvenzgericht sowie die Gläubiger.

Der Insolvenzverwalter ist verantwortlich für die gesamte Regulierung und Betreuung des Insolvenzverfahrens. Liquidatoren werden durch das insolvente Unternehmen selbst bestellt.


4. In welcher Rangfolge werden die Gläubiger im thailändischen Insolvenzverfahren befriedigt?

Die nachfolgenden Ansprüche werden vor allen anderen Ansprüchen beglichen:

  • Kosten und Aufwendungen der Liquidation
  • Gehälter und Abfindungen der Arbeitnehmer
  • Steuern

Für die übrigen Gläubiger gilt die Gleichrangigkeit, die Verteilung der Masse erfolgt anteilig.


Stand: 1. August 2011


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