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Forderungsbeitreibung in der Tschechischen Republik bei Insolvenz

Die folgenden Fragen und Antworten werden Ihnen wesentliche, für die Praxis wichtige Hinweise zur Forderungsbeitreibung in der Tschechischen Republik bei Insolvenz geben. Die Informationen werden Ihnen von den Rechtsanwälten der im deutsch-tschechischen Rechtsverkehr spezialisierten Rechtsanwaltskanzlei Schaffer & Partner Legal s.r.o., advokátní kancelář zur Verfügung gestellt. 
Kontakt:
Frau Rechtsanwältin Šárka Gregorová
gregorova@schaffer-partner.cz Tel. +420 221 506 300 
www.schaffer-partner.cz


Ich habe Forderungen gegen ein Unternehmen in der Tschechischen Republik, das sich im Insolvenzverfahren befindet.


1. Wer sind die Ansprechpartner im tschechischen Insolvenzverfahren?

2. Wie erfahre ich, ob ein tschechisches Unternehmen in der Insolvenz ist?

3. Wie und in welcher Frist muss ich meine Forderungen anmelden?

4. Wie und in welcher Frist mache ich ein Absonderungsrecht geltend?

5. In welcher Reihenfolge erfolgt die Verteilung der Masse im Konkursverfahren?

6. Wie lange können Insolvenzverfahren in der Tschechischen Republik dauern?


Antworten:


1. Wer sind die Ansprechpartner im tschechischen Insolvenzverfahren?


Ihr Ansprechpartner in der Phase nach dem Insolvenzantrag, aber noch vor der Insolvenzerklärung, kann der vorläufige Insolvenzverwalter (předběžný správce - falls vom Gericht bestellt) sein.

Im Insolvenzverfahren ist Ihr Ansprechpartner der Insolvenzverwalter (insolvenční správce). Dies gilt für jede Art der Insolvenzlösung, für den Konkurs (Konkurs) sowie auch für die Reorganisation (reorganizace).

Das tschechische Insolvenzgesetz lässt unter bestimmten Umständen die Vertretung des Insolvenzverwalters zu.

Unter bestimmten Umständen kann das Gericht neben dem Insolvenzverwalter einen weiteren Insolvenzverwalter (další správce), einen abgesonderten Insolvenzverwalter (oddělený správce) oder einen besonderen Insolvenzverwalter (zvláštní insolvenční správce) bestellen.


2. Wie erfahre ich, ob ein tschechisches Unternehmen in der Insolvenz ist?

Falls das zuständige Gericht die Insolvenz eines Schuldners erklärt (rozhodnutí o úpadku), wird diese Tatsache unverzüglich im Insolvenzregister veröffentlicht. Das Insolvenzregister ist auf der Webseite des Justizministeriums (www.justice.cz) öffentlich und kostenlos zugänglich.


3. Wie und in welcher Frist muss ich meine Forderungen anmelden?

Die Forderungen gegenüber dem Schuldner sind im Rahmen des Insolvenzverfahrens durch das Formblatt, das auf der Webseite des tschechischen Justizministeriums zur Verfügung steht, anzumelden. Dieser Anmeldung sind die entsprechenden Anlagen beizufügen (Beweise über das Bestehen der Forderung, Beweise über das Bestehen der Sicherheit).

Die Gläubiger sind berechtigt, ihre Forderungen gegenüber dem Schuldner in der durch das Gericht gesetzten Frist anzumelden, die mindestens 30 Tage und nicht länger als 2 Monate betragen darf (je nach der Insolvenzlösung – d.h. Konkurs, Schuldbefreiung oder Reorganisation). Die Bestimmung dieser Frist ist Bestandteil der Insolvenzentscheidung. Später angemeldete Forderungen werden nicht berücksichtigt.


4. Wie und in welcher Frist mache ich ein Absonderungsrecht geltend?


Die gesicherten Gläubiger haben ein Absonderungsrecht, d.h. das Recht, dass ihre gesicherten Forderungen aus dem Erlös der Verwertung der Sicherheiten beglichen werden können. Dieses Recht muss beim zuständigen Gericht geltend gemacht werden. Die gesicherten Gläubiger werden nach der Rangfolge der Entstehung ihrer Sicherungsrechte befriedigt. Für die Anmeldung der gesicherten Forderung gelten die gleichen Fristen und Formalitäten. Neben der Anmeldung der gesicherten Forderung sind die maßgeblichen Angaben und Urkunden vorzulegen.


5. In welcher Reihenfolge erfolgt die Verteilung der Masse im Konkursverfahren?

Die Forderungen der Gläubiger sind, mit Ausnahme der gesicherten Forderungen, gleichgestellt.

Erst werden die Forderungen gegenüber der Konkursmasse (Kosten des Insolvenzverfahrens, Steuer- und ähnliche Forderungen usw.) und dann die gegenüber der Konkursmasse gleichgestellten Forderungen (vor allem arbeitsrechtliche Forderungen) befriedigt.

Andere Forderungen werden verhältnismäßig aus dem Erlös der verbliebenen Konkursmasse befriedigt.


6. Wie lange können Insolvenzverfahren in der Tschechischen Republik dauern?

Insolvenzverfahren können in der Tschechischen Republik sehr lange dauern und ziehen sich meist über mehrere Jahre hin.


Stand der Bearbeitung: April 2016


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