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Juristische Themen

Gründung Gesellschaft/unselbständige Zweigniederlassung in Ungarn: Vor- und Nachteile

Die Antworten auf die folgenden Fragen werden Ihnen wesentliche, für die Praxis wichtige Hinweise dazu geben, ob Sie eine Gesellschaft oder eine unselbständige Zweigniederlassung in Ungarn gründen sollten, und welches die Vorteile beider Möglichkeiten sind. Den Fra-genkatalog sowie die Antworten hat Ihnen die im deutsch-ungarischen Rechtsverkehr spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei bnt ügyvédi iroda (Budapest) erstellt.
Kontakt:
Herr Rechtsanwalt Rainer Tom, rainer.tom@bnt.hu, Tel. +36 - 1-413 3400
www.bnt.eu


1. Welche Vorteile bringt die Gründung einer Gesellschaft in Ungarn mit sich?

2. Ist der Verwaltungsaufwand geringer, wenn ich nur eine unselbständige Zweigniederlassung gründe?

3. Wann besteht das Risiko einer Doppelbesteuerung?


Antworten:


1. Welche Vorteile bringt die Gründung einer Gesellschaft in Ungarn mit sich?

  • Haftungsbegrenzung: Grundsätzlich haftet die deutsche Gesellschaft nicht für die Geschäfte ihres Tochterunternehmens, wenn dieses eine eigenständige ungarische Gesellschaft ist.
  • Im Verhältnis zur Verwaltung einer unselbständigen Zweigniederlassung entstehen bei der Verwaltung einer unabhängigen Gesellschaft bei der Muttergesellschaft keine Mehrkosten.
  • Die ungarischen Rechtsvorschriften lassen es häufig nicht zu, dass Genehmigungen oder Fördermittel an unselbständige Zweigniederlassungen (die als bloße Wirtschaftsorganisationen gelten) vergeben werden. Antragssteller oder Bewerber können häufig nur Wirtschaftsgesellschaften sein.
  • Ist die Präsenz auf dem ungarischen Markt mit einem kapitalkräftigen Unternehmen gefragt, ist die Gründung einer Gesellschaft angezeigt.
  • Einfache Zuordnung von Kosten und Einkünften: Bei der Gründung einer Gesellschaft in Ungarn ist eine einfache Zuordnung von Kosten und Einkünften möglich (Bsp.: Bei einer Warenlieferung von Deutschland nach Ungarn kann die Rechnungsstellung von der deutschen Muttergesellschaft an die ungarische Tochtergesellschaft erfolgen und von der Tochtergesellschaft an den Kunden.).
  • Durch eindeutige Rechnungsstellung zwischen Mutter- und Tochtergesellschaft kann das Risiko einer Doppelbesteuerung verhindert werden.


2. Ist der Verwaltungsaufwand geringer, wenn ich nur eine unselbständige Zweigniederlassung gründe?

Der laufende Verwaltungsaufwand ist nicht geringer, wenn Sie nur eine unselbständige Zweigniederlassung gründen.

Für eine unselbständige Zweigniederlassung ist die Buchhaltung nach ungarischen Vorschriften zu führen und auch eine Bilanz in Ungarn zu erstellen. Daher sind die anfallenden Verwaltungskosten genauso hoch wie für eine Gesellschaft.


3. Wann besteht das Risiko einer Doppelbesteuerung?

Das Risiko einer Doppelbesteuerung in Deutschland und Ungarn besteht immer dann, wenn in der deutschen Gesellschaft für die ungarische Zweigniederlassung mitgearbeitet wird und eine eindeutige Zuordnung von Aufwand und Einkünften zu den verschiedenen Strukturen nicht nachweisbar erfolgt.

Fehlt diese klare Abgrenzung, so führt insbesondere die Mitarbeit von Angestellten der deutschen Gesellschaft bei der ungarischen Zweigniederlassung (z.B. Betreuung des Vertriebs) dazu, dass die deutsche Fiskalverwaltung die Versteuerung der Einkünfte aus Ungarn in Deutschland verlangt. Dies geschieht mit der Begründung, dass der Aufwand der deutschen Muttergesellschaft für die ungarische Zweigniederlassung in der deutschen Gesellschaft gewinnmindernd geltend gemacht wurde.

Aufgrund des Bestehens einer Betriebsstätte in Ungarn verlangt auch der ungarische Staat die Versteuerung der in Ungarn erzielten Einkünfte.


Stand: 1. August 2011


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