Ausländische Arbeitskräfte

Wichtige Veränderungen hinsichtlich der Einstellung temporärer ausländischer Arbeitskräfte

Nachdem das Thema viel mediale Aufmerksamkeit und öffentliches Interesse erhalten hat, sind Kanadas Regeln und Richtlinien für die Zulassung und Einstellung temporärer ausländischer Arbeitskräfte vor kurzem überholt worden. Sodann, letzten Sommer, hat die Regierung neue und potentiell härtere Strafen für Arbeitgeber angekündigt, welche gegen die neuen Regelungen verstoßen. Diese Regelungen sind am 1. Dezember 2015 in Kraft getreten.

Übersicht über die einzelnen Programme

Das ehemalige Programm für temporäre ausländische Arbeitnehmer ist nun in zwei Teile unterteilt worden: Das neue Programm, das Temporary Foreign Worker Program(TFWP), unter welchem sich Arbeitnehmer als ausländische Arbeitskräfte für eine Arbeitsstelle in Kanada bewerben können, nachdem sie ein Labour Market Impact Assessment (LMIA)erhalten haben, und eine neue Reihe von International Mobility Programs (IMP), für welche kein LMIA erforderlich ist. 

Während das neue TFWP für ein Arbeitskräftedefizit in speziellen Branchen und Nischen vorgesehen ist, basiert IMP größtenteils auf bilateralen und multilateralen Freihandelsabkommen, an welchen Kanada beteiligt ist.

Die bisherigen Arbeitsmarktgutachten sind durch die wesentlich strengeren LMIA ersetzt worden, nach welchen der Arbeitgeber die Anzahl kanadischer Bewerber auf die offene Stelle sowie die Anzahl derer, mit welchen er ein Bewerbungsgespräch geführt hat, angeben muss. Die Arbeitgeber müssen darüber hinaus darlegen, aus welchen Gründen diejenigen Bewerber, mit welchen bereits ein Vorstellungsgespräch geführt worden ist, nicht eingestellt worden sind.

Darüber hinaus ist die Anzahl der TFWP Arbeitnehmer, welche ein einzelner Arbeitgeber einstellen darf, gedeckelt. Arbeitgeber, welche zehn oder mehr Arbeitnehmer beschäftigen, dürfen nach einer Übergangsregelung nicht mehr als 10 % ihrer Arbeitskräfte aus temporären ausländischen Arbeitnehmern beziehen.

Neue Strafen

Seit dem 1.Dezember 2015 sind Arbeitgeber, welche den Regelungen des TFWP und IMP zuwider handeln, einem neuen Sanktionsregime unterworfen, welches die folgenden Strafen beinhaltet: 

  • Verwarnungen;
  • Geldstrafen von $500 bis $100,000 pro Gesetzesverstoß, bis zu einem Maximum von $1 Million über ein gesamtes Jahr;
  • Verbot der Teilnahme an den Programmen für ein, zwei, fünf oder zehn Jahre bzw. dauerhaft; und
  • Öffentliche Bekanntmachung des Arbeitgebers sowie der Details des Gesetzesverstoßes und der daraus resultierenden Sanktionen

Die Ausübung des Ermessens, welche der Sanktionen in welchem Maße zur Anwendung kommt, ist von den folgenden Kriterien abhängig:

  • Die Art der Gesetzesverletzung;
  • Die Vorgeschichte des Arbeitgebers hinsichtlich etwaiger Verstöße;
  • Die Schwere der Gesetzesverletzung; und
  • Die Größe des arbeitgeberischen Unternehmens (ausschließlich bei Geldstrafen).

Arbeitgeber haben die Gelegenheit, freiwillig einen Gesetzesverstoß offenzulegen und können in geeigneten Fällen eine ermäßigte Strafe erhalten. Darüber hinaus haben Arbeitgeber die Möglichkeit, auf die vorläufige Mitteilung einer angeblichen Verletzung zu reagieren und die Angelegenheit von einem anderen Beamten überprüfen zu lassen, bevor eine endgültige Entscheidung ergeht.

Aufgrund der wichtigen und weitreichenden Veränderungen, welche die bisherigen Regelungen durch TFWP und IMP erfahren haben und dem neuen Sanktionsregime, sollten Arbeitgeber, welche beabsichtigen, ausländische Arbeitnehmer einzustellen, sicherstellen, dass sie ein gründliches Verständnis über die neuen Regelungen und die möglichen Rechtsfolgen haben. Eine rechtzeitige professionelle Beratung kann helfen, das Arbeitgeberrisiko, den potenziell schwerwiegenden neuen Strafen ausgesetzt zu sein, zu verringern.

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