Russlands Investitionsklima verbessert

Um elf Plätze nach oben ist Russland im kürzlich veröffentlichten „Doing Business Report" der Weltbank geklettert, und liegt nunmehr auf Rang 51 – nur sechs Plätze hinter EU-Land Italien. Insgesamt wurden wie in jedem Jahr 189 Staaten bewertet.

Russland ist einer von insgesamt nur fünf Staaten, die im vergangenen Jahr fünf oder mehr Reformen umgesetzt haben. Erklärtes Ziel der russischen Regierung ist, bis 2018 mindestens Rang 20 zu erreichen. Vorausgesetzt Russland klettert wie in diesem Jahr um elf Plätze, wäre dieses Ziel durchaus erreichbar. 
Als positiv veranschlagten die Analysten u.a., dass es leichter geworden sei, Unternehmen zu gründen (Platz 41 im Ranking in der Kategorie „Starting a Business“).

Auch die Erleichterungen bei der Übertragung und Registrierung von Immobilieneigentum wurden positiv bewertet (Platz 8 im Ranking in der Kategorie „Registering Property“).

Ein großes Problem insbesondere für produzierende Unternehmen war bisher die Stromversorgung. Nunmehr erhalten Unternehmen einen schnelleren und kostengünstigeren Zugang zur Stromversorgung. Russland steht damit in der Kategorie „Getting Electricity“ im Ranking auf Platz 29.

Die Kreditvergabeverfahren wurden verbessert (Platz 42 in der Kategorie „Getting Credit“). Durch Schaffung eines Zentralregisters über Kreditnehmer können Kreditanträge nunmehr zügiger bearbeitet werden. Kreditgeber können im Zentralregister schnell prüfen, ob Kreditsicherheiten bereits für andere Zwecke belastet wurden oder nicht.

Darüber hinaus wurde die Steuerlast für Unternehmen gesenkt, da bewegliche Güter aus der Bemessungsgrundlage für die Vermögenssteuer ausgenommen wurden. Dies betrifft Grundmittel von Unternehmen mit einem Wert von über RUB 40.000 und von über RUB 100.000 ab 2016 (Platz 47 in der Kategorie „Paying Taxes“).

Nach wie vor als problematisch werden Baugenehmigungsverfahren bewertet (Platz 119 in der Kategorie „Dealing with Construction Permits“). Die Verfahren seien zwar bereits effizienter und transparenter geworden, jedoch könne z.B. das Verfahren zur elektronischen Einreichung von Bauanträgen verbessert werden.

Einen traurigen 170. Platz belegt Russland allerdings in der für den grenzüberschreitenden Handel so wichtigen Kategorie "Trading Across Borders“. Der Zeitaufwand für den Import nach Russland und die damit verbundenen Kosten sind nach wie mehr als doppelt so hoch wie in Europa. Ohne sich in dieser Kategorie deutlich zu verbessern, wird wohl auch das Ziel, 2018 mindestens Platz 20 im Doing Business Report zu belegen, nicht zu schaffen sein.

Ein weiteres schwieriges Thema ist die Korruption in Russland, die allerdings im Weltbankreport nicht behandelt wird. Auch hier wird sich Russland deutlich verbessern müssen, um langfristig mit den führenden Staaten in einer Liga zu spielen.

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