R&W-Versicherungen bei M&A-Transaktionen

Representations und Warranties Insurance

Gewährleistungsversicherungen zur Absicherung von Unternehmensverkäufen – sogenannte „Representations and Warranties Insurance (R&W Insurance)“ – sind bereits seit einigen Jahren auf dem Markt, haben aber erst in letzter Zeit zunehmend an Bedeutung bei M&A-Transaktionen in den USA gewonnen und sind mittlerweile nahezu zum Standard bei mittelständischen Unternehmenstransaktionen geworden. R&W-Versicherungen bieten dem Grunde nach Schutz vor finanziellen Verlusten, die als Folge von Ungenauigkeiten bei Zusicherungen und Gewährleistungen während einer Unternehmenstransaktion entstehen können.

Diese speziellen Versicherungen sind zwar bereits seit den 90er Jahren verfügbar, allerdings wurden sie zu Beginn nur selten nachgefragt. Dies hing insbesondere mit den hohen Versicherungspolicen, dem unrealistisch langen „Underwriting Process“ – welcher einige Wochen in Anspruch nehmen konnte – und den unattraktiven Versicherungsbedingungen zusammen. Über die Jahre sanken jedoch die Versicherungskosten und gleichzeitig wurde der „Underwriting Process“ optimiert. Zugleich boten immer mehr Versicherungen R&W-Versicherung an, was zu attraktiveren Versicherungsbedingungen führte.

Die R&W-Versicherungen werden sowohl als „buyer-side“ oder als „seller-side“ Versicherungen angeboten. So kann sich zum einen der Käufer gegen Schäden absichern, die aufgrund einer Verletzung einer vom Verkäufer im Rahmen des Unternehmensverkaufs abgegebenen Garantie oder Freistellungsverpflichtung entstehen. Zum anderen kann sich aber auch der Verkäufer gegen die Inanspruchnahme durch den Käufer wegen einer solchen Verletzung von Garantie oder Freistellungsverpflichtungen absichern.

 Allerdings beherrschen sehr deutlich die „buyer-side“-Versicherungen den derzeitigen Markt. Dies bedeutet allerdings nicht, dass der Käufer auch automatisch die Kosten der Versicherung zu tragen hat. Wer letztendlich die Kosten zu tragen hat ist vielmehr Bestandteil der Vertragsverhandlungen.

In der Regel deckt die Versicherung alle im Vertrag enthaltenen Zusicherungen und Garantien ab, wobei es auch hiervon Abweichungen gibt. Die Versicherungssumme ist üblicher Weise in der Höhe auf 10 % des Verkaufspreises begrenzt. Die Versicherungsprämie wiederum beträgt im Normallfall zwischen 2 und 4 % der Versicherungssumme und die Versicherer verlangen in der Regel einen Selbstbehalt (retention) der typischerweise zwischen 1 und 2 % liegt.

Auch für internationale Unternehmensverkäufe werden diese R&W-Versicherungen stetig interessanter, da der Versicherungsmarkt in diesem Bereich zunehmend ausreift und die Versicherer vermehrt internationale Erfahrungen sammeln. So beginnen die Versicherer auch zunehmend internationale Versicherungspolicen anzubieten, die insbesondere sehr attraktiv für „cross-border“ Transaktionen sein können, die verschiedenen Gerichtsbarkeiten betreffen.

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