Steuerreform für Vermögen im Ausland

Chance zur Rückkehr in die Steuerehrlichkeit

Zum 1. Oktober 2015 tritt ein neues Gesetz in Kraft, dass die Rückkehr zur Steuerehrlichkeit ermöglicht. Das Gesetz 1739 aus 2014 (la ley 1739 de 2014) wurde von der Regierung im Rahmen einer Steuerreform erlassen und betrifft jegliches bisher in Kolumbien unversteuertes Vermögen im Ausland.

Das Gesetz hat demnach Relevanz für alle Personen, die ihren ersten Wohnsitz in Kolumbien haben (183 Tage-Regelung) und somit insbesonder auch für in Kolumbien lebende Ausländer.
Die Regierung hat dabei die Notwendigkeit einer Steuerreform erkannt und mit Anreizen eine freiwillige Möglichkeit zur Rückkehr in die Steuerehrlichkeit geschaffen. Damit strebt die Regierung die weitere Bekämpfung der Steuerflucht an und verfolgt unter anderem das Ziel die Steuereinnahmen, um das bisher auf 50 Milliarden US-Dollar (150 Billiarden kolumbianische Peso) geschätzte, nicht deklarierte Vermögen der Kolumbianer im Ausland, zu erhöhen.

Parallel verfolgt die Regierung das Ziel mit internationalen Besteuerungsabkommen die Steuerflucht zu erschweren. Ausschlaggebend war dabei auch der Skandal der internationalen HSBC Bank, von dem 300 Kolumbianer betroffen waren.

Um in den Genuss der Steuervergünstigungen zu kommen, muss der Steuerpflichtige erstmalig im Oktober 2015 in seiner jährlichen Steuererklärung alle seine Vermögenswerte im Ausland deklarieren.
Diese Erklärung muss dabei alle Vermögenswerte im Ausland ab dem 01. Januar 2015 enthalten. Sollte das Vermögen außerhalb Kolumbiens dabei den Wert von 3.580 Steuereinheiten (UVT – Unidades de Valor Tributario) – circa 34.000 US-Dollar – übersteigen, muss der Steuerpflichtige zusätzlich Art, Herrkunft und Wert jedes ausländischen Vermögenswertes angeben, sowie seinen Aufenthaltsort (Land).

Wenn der Steuerpflichtige die Vermögenswerte im Ausland lückenlos angegeben hat und eine vollständige Besteuerung möglich ist, kommt er in den Genuss folgender Steuervergünstigungen:

- Keine Strafzahlung für unrichtige Angaben in vorherigen Steuererklärungen
- Der Ausschluss von Geldstrafen für nicht deklarierte Auslandszahlungen
Für das Vermögen im Ausland wird dann eine (eigentliche) Vermögenssteuer zwischen 0,2%-0,5% des

Vermögenswertes fällig sowie eine einmalige zusätzliche Besteuerung von 10%. So z.B. sollte der Steuerpflichtige COP 1.000 Millionen an Vermögen im Ausland haben, wird eine Vermögenssteuer von COP 2-5 Millionen und eine einmalige Steuer von COP 100 Millionen erhoben.

Die zusätzliche Besteuerung von 10% gilt dabei für die vollständige Offenlegung der Vermogenswerte im Ausland im Jahr 2015. Im Jahr 2016 wird eine einmalige Zahlung von 15% fällig und für das Jahr 2017 ist eine einmalige Besteuerung von 20% vorgesehen.
Diese gesetzlichen Regelungen für bisher nicht versteuertes Vermögen in Kolumbien wurde vom Verfassungsgericht (Corte Constitucional) im August 2015 auch für verfassungsgemäß erklärt, da es sich bei dem Gesetz nicht um eine Amnestie handelt.
Es ist somit empfehlenswert von dem Gesetz Gebrauch zu machen oder je nach Einzelfall andere Möglichkeiten der Legalisierung zu nutzen.

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