Haftung der Geschäftsführer von Gesellschaften

von Frau Rechtsanwältin Šárka Gregorová, gregorova@schaffer-partner.cz
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Wofür haftet der Geschäftsführer (das Geschäftsführungsorgan) einer Gesellschaft in der Tschechischen Republik?

Der Geschäftsführer (das Geschäftsführungsorgan) handelt in der Regel im Namen und auf Rechnung der Gesellschaft, die er vertritt, und haftet nur selten mit seinem persönlichen Vermögen.

In folgenden Ausnahmefällen haftet der Geschäftsführer (das Geschäftsführungsorgan) persönlich:

1. Persönliche Haftung aufgrund von Sondervorschriften in Insolvenzfällen, nach dem Steuerrecht oder dem Sozialversicherungsrecht.

Die im tschechischen Insolvenzgesetz vorgesehene Haftung des Geschäftsführers (Geschäftsführungsorgans) gegenüber den Gläubigern der Gesellschaft für die Nichtstellung oder verzögerte Stellung des Insolvenzantrags, wenn er die Insolvenz erkannt hat oder hätte erkennen müssen, ist von besonderer Bedeutung. Falls der Geschäftsführer seine Pflicht, im Rahmen des Insolvenzverfahrens mit dem Insolvenzverwalter zusammenzuarbeiten, nicht erfüllt, so kann er strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden.

Des Weiteren könnte der Geschäftsführer (Geschäftsführungsorgan) gegenüber Dritten für die Schulden der Gesellschaft haften, falls die Gesellschaft in die Insolvenz geraten ist und der Geschäftsführer (Geschäftsführungsorgan) die drohende Insolvenz nicht abgewehrt hat. 

2. Der Geschäftsführer (das Geschäftsführungsorgan) handelt nicht in seiner Funktion als Organ der Gesellschaft, sondern als Privatperson, ohne dies gegenüber den betroffenen Geschäftspartnern deutlich zu machen.

3. Der Geschäftsführer verursacht durch sein persönliches Verschulden, das nicht im Zusammenhang mit der Geschäftsführung steht, einen Schaden bei außerhalb der Gesellschaft stehenden Personen.

 

Stand der Bearbeitung: April 2016