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CBBL Rechtsanwalt Lutz Kaiser, Kanzlei VGD Villanueva Gabionza & Dy, Makati City
Lutz Kaiser
Rechtsanwalt
VGD Villanueva Gabionza & Dy
Makati City

Aktuelles zum philippinischen Wirtschaftsrecht

EU und Spanien treten dem Luzon Economic Corridor bei:
38 Projekte mit über 20 Milliarden US-Dollar Volumen

Veröffentlicht am 24.09.2026

Von unserem deutschsprachigen CBBL-Anwalt in Makati City:

Lutz Kaiser
Rechtsanwalt

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Am 10. September 2026 sind die Europäische Union und Spanien dem Luzon Economic Corridor (LEC) beigetreten.

Der Luzon Economic Corridor ist eine multilaterale Initiative – gestartet von den Philippinen, den USA und Japan – die darauf abzielt, den Subic-Clark-Manila-Batangas-Wachstumsgürtel in ein wirtschaftliches und logistisches Zentrum zu verwandeln.

Beim ersten LEC Investment Forum in Manila stellte Finanzminister Frederick Go, Co-Vorsitzender der Initiative, ein erstes Portfolio von 38 Vorhaben mit einem Investitionsvolumen von mehr als 20 Milliarden US-Dollar vor, und zwar in folgenden Bereichen:

  • Energie und Wasser,
  • Verkehr und Logistik,
  • digitale Konnektivität sowie
  • fortgeschrittene Fertigung.

Aus der im April 2024 gestarteten trilateralen Initiative (Philippinen, Vereinigten Staaten und Japan) sind damit 13 Partner geworden. Dänemark, Frankreich, Italien, Schweden, Spanien und das Vereinigte Königreich sind bilateral vertreten, Deutschland nur mittelbar über die EU.

1. Was genau ist der Luzon Economic Corridor?

Geografisch umfasst der LEC die Achse Subic – Clark – Manila – Batangas mit zwei Tiefwasserhäfen, zwei Flughäfen und der Hauptstadtregion. Zum Projektbestand zählen unter anderem das Erdgas-Ökosystem Subic–Clark, der Flughafen Sangley Point und der Betrieb der North-South Commuter Railway.

Rechtlich ist der Korridor weder eine Sonderwirtschaftszone noch ein völkerrechtlicher Vertrag, sondern eine Koordinierungsplattform unter dem Dach der Partnership for Global Infrastructure and Investment. Er schafft kein eigenes Vergabe-, Gesellschafts- oder Investitionsrecht. Maßgeblich bleiben das philippinische Recht und die Regeln des jeweiligen Geldgebers.

2. Wie erhalten deutsche Unternehmen Zugang zum Luzon Economic Corridor?

Die EU stellt keine neuen Mittel bereit, sondern richtet bestehende Global-Gateway-Programme auf die Prioritäten des Korridors aus, darunter das Green Economy Programme mit 60 Millionen Euro und ein Digital Economy Package mit 20 Millionen Euro. In EU-finanzierten Beschaffungen sind deutsche Unternehmen ohne eigene bilaterale Partnerschaft teilnahmeberechtigt; es gelten dann die Vergaberegeln des Geldgebers.

Die Deutsche Industrie ist im Korridor bereits präsent: Lufthansa Technik hat am 6. August 2026 in Clark den Spatenstich für eine zweite Basiswartungsanlage gesetzt – 157.000 Quadratmeter, rund 1.200 qualifizierte Arbeitsplätze, Betriebsbeginn 2028.

3. Welche rechtlichen Rahmenbedingungen sind im LEC zu beachten?

Beteiligungsgrenzen für Unternehmen im LEC:

Der Public Service Act in der Fassung des Republic Act No. 11659 (2022) nimmt Flughäfen, Eisenbahnen, Mautstraßen und Telekommunikation vom Begriff der „public utility“ aus. In diesem Bereich ist eine volle ausländische Beteiligung zulässig.

Für Stromverteilung und -übertragung, Pipelines, Wasser- und Abwassersysteme, Seehäfen und den öffentlichen Personenverkehr bleibt es bei der 60/40-Regel.

Bei „critical infrastructure“ ist die ausländische Beteiligung ohne verbürgte Gegenseitigkeit auf 50 Prozent begrenzt. Einheiten unter der Kontrolle einer ausländischen Regierung sind ausgeschlossen – dies ist auch relevant für Unternehmen mit Bundes- oder Landesbeteiligung.

Vergabeverfahren im LEC:

Der New Government Procurement Act (Republic Act No. 12009) verknüpft die öffentliche Beschaffung mit der Inlandspräferenz des Tatak Pinoy Act. Ausländische Bieter kommen in der Regel nur zum Zuge, wenn kein vergleichbares inländisches Angebot verfügbar ist, eine völkerrechtliche Verpflichtung besteht oder Gegenseitigkeit nachgewiesen wird.

Praktische Wege sind geberfinanzierte Lose, Unteraufträge sowie PPP-Verfahren nach dem Republic Act No. 11966 einschließlich unaufgeforderter Angebote im Swiss-Challenge-Verfahren.

Investitionsanreize im LEC:

CREATE MORE (Republic Act No. 12066) und der Strategic Investment Priority Plan 2026 begünstigen insbesondere Infrastruktur, Energiewende und Rechenzentren, unter anderem durch einen zusätzlichen Abzug der Stromkosten.

Sicherheitspolitische Vorgaben für das Gebiet des LEC:

Mit den Vereinigten Staaten ist im Rahmen der Initiative Pax Silica eine „Economic Security Zone“ auf einer Fläche von rund 4.000 Acre (1 Acre entspricht etwa 4.047 Quadratmetern) für kritische Mineralien, Halbleiter und Elektronik geplant. Dort ist mit zusätzlichen Lieferketten- und Sicherheitsanforderungen zu rechnen.

Die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Philippinen laufen seit März 2024; im Sommer 2026 fand die siebte Verhandlungsrunde statt. Eine Vereinbarung zur öffentlichen Beschaffung würde die Ausgangslage europäischer Bieter deutlich verbessern.

Sie haben weitere Fragen zum Luzon Economic Corridor, initiert von u.a. den Philippinen und dem Beitritt der EU und Spaniens?

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Unser deutschsprachiger CBBL-Anwalt in Makati City, Herr Rechtsanwalt Lutz Kaiser, berät Sie gerne: kaiser@cbbl-lawyers.de, Tel. +63 2 8813-3351