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Stefan Meyer
Rechtsanwalt und Abogado
Monereo Meyer Abogados, Madrid, Barcelona, Mallorca, Teneriffa

Aktuelles zum Wirtschaftsrecht

Kanarische Inseln:
Vier Jahre konstantes, durch den Tourismus getriebenes Wirtschaftswachstum bei hochschnellenden Immobilienpreisen

Veröffentlicht am 04.03.2026

Von unserem deutschsprachigen Anwalt in Madrid:

Stefan Meyer
Rechtsanwalt und Abogado

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Kritik der lokalen Arbeitgeberverbände (CEOE): BIP der Kanaren 2026 könnte auf 2 % sinken

Die Kanarischen Inseln haben seit der Pandemie vier Jahre lang einen erheblichen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt, angetrieben durch die starke Belebung des Tourismus nach der Covidzeit.

Preisentwicklung kanarische Wohnimmobilien 2023–2025

Die durchschnittlichen Quadratmeterpreise auf den Kanaren sind seit 2023 wesentlich stärker gewachsen als in anderen Teilen Spaniens und haben sich gegen Ende 2025 im Schnitt bei rund 1.900 €/m2 eingependelt, wobei in exklusiven Wohnlagen sogar bis zu 5.000 €/m2 bezahlt werden.

Zu beachten ist dabei allerdings, dass die Preise, die vor der Pandemie aufgrund der ultraperipheren Lage der Kanaren zwar unterhalb des spanischen Durchschnitts lagen, aktuell mit anderen spanischen Urlaubsgebieten durchaus Schritt halten können.

Auf den vier großen Inseln ergibt sich folgendes Bild:

Jahr Teneriffa (€/m²) Gran Canaria (€/m²) Lanzarote (€/m²) Fuerteventura (€/m²)
2023 1,800 1,700 1,600 1,500
2024 1,890 1,790 1,680 1,575
2025 1,940 1,850 1,740 1,620

Die nachfolgende Grafik verdeutlicht den Verfall nach dem spanischen Immobilienboom ab 2009 auf dem gesamten Archipel und den erneuten Anstieg der letzten Jahre auch noch einmal optisch:

Preisentwicklung Wohnraum auf den Kanaren

Reaktionen auf den Massentourismus

Allerdings reagiert die einheimische Bevölkerung inzwischen mit Demonstrationen gegen den Massentourismus, die in weiten Teilen ihre Berechtigung haben:

  • Allein die Insel Teneriffa hatte 2025 mit 7,6 Millionen Touristen mehr Touristen als ganz Brasilien zu verzeichnen.
  • Rund 200.000 als Ferienwohnungen vermietete Privatwohnungen lassen die Preise auf dem kanarischen Mietmarkt hochschnellen und verdrängen die einheimische Bevölkerung, die oft im Dienstleitungssektor vor allem für Touristen tätig sind, in Randgebiete. Dies wiederum führt zu sogenannten „Infra-viviendas“ (etwa Vermietung von Wohnwagen und Garagen bzw. Zelten oder Baracken in Gartenanlagen).
  • Die Problematik der (ungefilterten) Fäkalwasserleitungen ins Meer, die man seit Jahren versucht in den Griff zu bekommen, hat teils sehr unschöne Ausmaße genommen.
  • Kurz vor Jahresende (2025) hat das kanarische Regionalparlament die Vermietungen von Ferienwohnungen gesetzlich geregelt, was zumindest vorerst zu einem Moratorium von fünf Jahren geführt hat, so dass damit zu rechnen ist, dass der Park an Ferienwohnungen in den nächsten Jahren nicht über die vorbezeichnete Zahl hinaus (200.000) erweitert wird.

Die kanarischen Arbeitgeberverbände warnen

Vier Jahre Wachstum, die der Archipel erneut nicht genutzt habe, um die strukturellen Ungleichgewichte, die die Wirtschaft der Inseln weiterhin belasten, zu beseitigen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Kanarischen Inseln werde auch 2026 weiterwachsen, aber die Arbeitgeber warnen, dass dieser Aufschwung auf tönernen Füßen stehe, wenn die Region nicht die notwendigen Reformen durchführe.

Das Wachstum der letzten Jahre beruhe, auf konjunkturellen Faktoren und nicht auf einer tatsächlichen Steigerung der Produktivität. Die Wirtschaft der Kanarischen Inseln wurde durch die gute Dynamik im Tourismus und die Konsumfreudigkeit der Kanaren nach den Einschränkungen durch die Pandemie gestärkt. Wenn diese Faktoren nun nachlassen, wird es jedoch schwierig sein, die gleiche Dynamik aufrechtzuerhalten.

Die Kanarischen Inseln haben das Jahr laut der Arbeitskräfteerhebung (EPA) mit einem neuen Beschäftigungsrekord von 1.043.640 Personen abgeschlossen. Die Arbeitslosenquote lag zum Jahresende bei 12,6 %. Das für das nächste Jahr prognostizierte Wachstum von 2 % wird sich weiterhin positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken, jedoch in geringerem Maße. Der Bericht schätzt, dass 21.000 Arbeitsplätze geschaffen werden könnten.

Darauf wies der spanische Unternehmerverband (CEOE-Teneriffa) am Freitag, dem 30. Januar, bei der Vorstellung seines Konjunkturberichts für das vierte Quartal des Jahres hin. Die Analyse bestätigt, dass sich die Wirtschaft des Archipels im Jahr 2026 zwar positiv entwickeln werde, jedoch unter Beibehaltung struktureller Ungleichgewichte, die „ihre mittelfristige Nachhaltigkeit gefährden”. Daher werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP), das in der autonomen Region im Jahr 2025 um immerhin 3,6 % gewachsen war, auch 2026 erneut steigen, jedoch nur um 2 %.

Keine Entlastung bei den Miet- bzw. Immobilienpreisen durch langsame Bautätigkeit

Besondere Erwähnung verdient der Bausektor, den der Bericht als Frühindikator betrachtet. Zwar ist die Entwicklung weiterhin positiv, doch ist kein deutlicher Aufschwung zu erkennen, sodass die Immobilienkrise auf den Kanarischen Inseln nicht gelöst werden kann. Der Bericht stellt fest, dass während 2008 auf den Kanarischen Inseln jährlich 10.000 Wohnungen fertiggestellt wurden, es derzeit kaum noch tausend sind. Dies ist einer der Faktoren, die unter anderem dazu beitragen, dass der Preisanstieg anhält. Dies wirkt sich zunehmend auf die Binnennachfrage aus, die „die wichtigste Stütze der Wirtschaftstätigkeit” war. Denn wenn bisher die Ausgaben der Familien – wenn auch mit erheblichen Unterschieden je nach Einkommensniveau – für die wirtschaftliche Entwicklung der verschiedenen Wirtschaftszweige entscheidend waren, so verringert sich nun, da die Haushalte mehr Geld für Miete oder Hypotheken ausgeben müssen, ihre Fähigkeit, Geld für andere Dinge auszugeben.

Sie haben Fragen zu dem durch den Tourismus getriebenen Wirtschaftswachstum bei hochschnellenden Immobilienpreisen auf den Kanarischen Inseln, Spanien?

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Unser deutschsprachiger CBBL-Anwalt Herr Stefan Meyer, Rechtsanwalt und Abogado, und sein Team an den Standorten Madrid, Barcelona, Palma de Mallorca und Teneriffa stehen Ihnen gerne zur Verfügung: s.meyer@cbbl-lawyers.de, Tel. +34 - 91 - 319 96 86.