Ihre deutschsprachige Rechtsanwaltskanzlei in den Philippinen
CBBL Rechtsanwalt Lutz Kaiser, Kanzlei VGD Villanueva Gabionza & Dy, Makati City
Lutz Kaiser
Rechtsanwalt
VGD Villanueva Gabionza & Dy
Makati City

Aktuelles zum philippinischen Wirtschaftsrecht

Whistleblower-Schutzprogramm in den Philippinen geplant

Veröffentlicht am 09.01.2026

Von unserem deutschsprachigen CBBL-Anwalt in Makati City, Herrn Rechtsanwalt Lutz Kaiser, kaiser@cbbl-lawyers.de, Tel. +63 2 8813-3351, vgdlaw.ph


Regulierungsbehörden weltweit setzen zunehmend auf Hinweisgeber als erste Verteidigungslinie gegen Finanzkriminalität. In den Philippinen geht die Securities and Exchange Commission (SEC) (philippinische Wertpapier- und Börsenaufsicht) jetzt einen konsequenten Schritt: Sie treibt ein Whistleblower-Programm voran, das Hinweisgeber systematisch schützt und zugleich die Durchsetzung von Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht stärken soll. Grundlage ist ein aktueller Entwurf für eine Whistleblower-Protection-Richtlinie, der seit Mitte November zur öffentlichen Konsultation steht und in die nationalen Transparenz- und Anti-Korruptionsprogramme eingebettet ist.

Der Entwurf der philippinischen Wertpapier- und Börsenaufsichtskommission definiert „Whistleblower“ bewusst weit – jede Person, die der SEC wahrheitsgemäße Informationen zu meldefähigen Verstößen liefert, kann sich auf den Schutz berufen. Erfasst sind nicht nur offensichtliche Betrugsmodelle und Anlagebetrug, sondern u.a. Verstöße gegen den philippinischen Revised Corporation Code, den Securities Regulation Code, den Financial Products and Services Consumer Protection Act und den Lending Company Regulation Act: also z.B. Insiderhandel, Marktmanipulation, missbräuchliche Kreditvergabe, unzutreffende Offenlegung wirtschaftlich Berechtigter oder falsche Unternehmensberichte.

Spannend ist die praktische Ausgestaltung in den Philippinen: Die SEC plant ein eigenes „Whistleblowing Office“ und ein Bündel an Meldekanälen – ein Whistleblowing-Portal auf der Website, Chatbot, E-Mail, Telefon, die App „SEC Check“, klassische Post sowie persönliche Vorsprache in den Regionalbüros. Auch anonyme Meldungen sollen von der philippinischen Wertpapier- und Börsenaufsicht angenommen werden, wenn sie ausreichend konkrete und verifizierbare Informationen enthalten. Zugleich sieht der Entwurf expliziten Schutz vor Repressalien vor – bis hin zu Arbeitsplatzsicherung, Verbot von Kündigung oder Degradierung und der Möglichkeit psychologischer oder rechtlicher Unterstützung. Die Konsultation lief bis zum 11. Dezember 2025.

Aus Governance- und Compliance-Perspektive in den Philippinen ist das mehr als nur eine nationale Regulierungsinitiative: Das Programm zeigt, wie ein modernes Hinweisgebersystem als integraler Bestandteil von Marktaufsicht, Anlegerschutz und Corporate Governance gedacht werden kann.

Für Unternehmen – auch außerhalb der Philippinen – ist dies ein wichtiger Referenzpunkt: Effektive Speak-up-Strukturen, klar geregelte Meldewege und belastbare Anti-Retaliation-Mechanismen werden zunehmend zum Standard erwarteter guter Unternehmensführung und entwickeln sich vom „Pflichtprogramm“ zum strategischen Steuerungsinstrument für Integrität und Risikomanagement.

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