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CBBL Solicitor (Hong Kong) & Attorney at Law (Germany) Stefan Schmierer, Kanzlei Ravenscroft & Schmierer, Hong Kong Western District
Stefan Schmierer
Solicitor (Hong Kong) & Attorney at Law (Germany), Ravenscroft & Schmierer, Hong Kong Western District


Abfindungszahlungen in Hongkong:
Steueroptimierte Strategien & Compliance-Leitfaden

Veröffentlicht am 05.01.2026

Von unserem deutschsprachigen CBBL-Anwalt in Hong Kong, Herrn Rechtsanwalt Stefan Schmierer, schmierer@cbbl-lawyers.de, Tel. +852 2388 3899, www.rs-lawyers.com.hk

und Frau Chloe Lau, Associate, clau@rs-lawyers.com.hk, Tel. +852 2388 3899, www.rs-lawyers.com.hk


Wenn ein Arbeitsverhältnis endet, ist es üblich, dass Arbeitgeber dem Mitarbeiter ein Abfindungspaket anbieten. Einige dieser Zahlungen unterliegen in Hongkong der Lohnsteuer, andere können jedoch als steuerfrei behandelt werden, wenn sie sorgfältig strukturiert sind. Dieser Artikel ist ein praktischer Leitfaden mit einfachen Schritten, die sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer ergreifen können, um Abfindungszahlungen legal, konform und steueroptimiert zu gestalten.

Kategorie A: Was ist in Hong Kong lohnsteuerpflichtig?

Folgende Posten sind in der Regel lohnsteuerpflichtig:

  • Gehalt des Arbeitnehmers bis zum letzten Arbeitstag/Kündigungsdatum
  • Ausgleich für nicht genommenen Jahresurlaub
  • Boni, ob vertraglich oder freiwillig vom Arbeitgeber gewährt
  • Zahlungen anstelle der Kündigungsfrist, falls von einer Partei gewählt – oft übersehen bei der Prüfung der Steuerpflicht

Diese Posten gelten als normales Einkommen des Arbeitnehmers und werden vom Arbeitgeber der Finanzbehörde (Inland Revenue Department (IRD)) gemeldet.

Kategorie B: Was ist möglicherweise nicht lohnsteuerpflichtig?

Einige Zahlungen können steuerfrei sein, darunter:

  • Gesetzliche Abfindung (Severance Payment (SV)) / Langzeitabfindung (Long Service Payment (LSP)): Diese Zahlungen sind in der Regel bis zur gesetzlichen Obergrenze von 390.000 HK$ steuerfrei.
  • Abfindungen für „Verlust des Arbeitsplatzes“: Diese unterscheiden sich von SP/LSP, da sie nicht für vergangene oder zukünftige Leistungen gezahlt werden, sondern um den Verlust der Position auszugleichen, potenzielle Rechtsansprüche gegen den Arbeitgeber zu vermeiden oder um Vereinbarungen wie Wettbewerbsverbote nach der Beschäftigung einzuhalten. Wenn korrekt strukturiert, können auch solche Zahlungen steuerfrei sein.

Wie trennt man steuerpflichtige und steuerfreie Posten in Hong Kong?

Es ist ratsam, die beiden Kategorien klar zu unterscheiden – entweder in der Endabrechnung oder in einer einvernehmlichen Trennungsvereinbarung. Empfehlenswerte Titel sind:

  • „Zahlungen bis zum Kündigungsdatum“ (Kategorie A)
  • „Abfindungszahlung“ (Kategorie B, potenziell steuerfrei)

Ohne klare Trennung besteht das Risiko, dass die Finanzbehörde sämtliche Zahlungen als steuerpflichtig einstuft.

Best Practices für die Strukturierung von Abfindungspaketen in Hong Kong

  • Sorgfältige Wahl der BezeichnungenVermieden werden sollten Begriffe wie „Vergütung“ oder Verknüpfungen mit Dienstjahren, da dies auf steuerpflichtige Natur hinweisen könnte. Stattdessen sollte die Zahlung als Ausgleich für den Verlust des Arbeitsplatzes, den Verzicht auf Ansprüche oder die Einhaltung von Wettbewerbsverboten bezeichnet werden.
  • Einhaltung der KündigungsfristStellen Sie sicher, dass die Kündigungsfrist ordnungsgemäß eingehalten wird. Andernfalls könnten die IRD-Zahlungen als „Zahlung anstelle der Kündigungsfrist“ einstufen und damit als steuerpflichtig werten.
  • Verknüpfung mit nachvertraglichen VerpflichtungenWenn Zahlungen aufgrund von Wettbewerbsverboten oder Geheimhaltungspflichten erfolgen, sollte dies ausdrücklich erwähnt werden, um die steuerfreie Natur zu unterstreichen.
  • Meldepflichten gegenüber der BehördeArbeitgeber müssen bei Ausscheiden eines Arbeitnehmers eine Meldung an das IRD machen (Formular IR56F oder IR56G). Es ist ratsam, Abfindungszahlungen (Kategorie B) separat mit einer Begründung zu melden, warum diese nicht als normales Einkommen gelten.

Zusammenfassung

Es ist entscheidend, klar zu identifizieren, welche Teile des Abfindungspakets steuerpflichtig sind und welche nicht. Bei sorgfältiger Strukturierung und Dokumentation kann eine steueroptimierte Lösung im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften erreicht werden.


Originalartikel: Termination Payments in Hong Kong: Tax-Efficient Strategies & Compliance Guide

FAQ: Steueroptimierte Abfindungszahlungen in Hong Kong

Sind Abfindungszahlungen steuerpflichtig?

Ja. Posten wie das letzte Gehalt, nicht genommener Jahresurlaub, Boni und Zahlungen anstelle der Kündigungsfrist unterliegen in der Regel der Lohnsteuer.

Welche Zahlungen sind normalerweise steuerfrei?

Gesetzliche Abfindungen oder Langzeitabfindungen sind bis zu 390.000 HK$ steuerfrei. Bestimmte Zahlungen für den „Verlust des Amtes“ können ebenfalls steuerfrei sein, wenn sie korrekt strukturiert sind.

Wie können Abfindungspakete steueroptimiert strukturiert werden?

Trennen Sie steuerpflichtige und steuerfreie Posten klar, verwenden Sie präzise Bezeichnungen, verknüpfen Sie Zahlungen mit dem Verlust des Amtes oder nachvertraglichen Verpflichtungen und stellen Sie sicher, dass die Kündigungsfrist eingehalten wird.

Was müssen Arbeitgeber der IRD melden?

Die meisten Zahlungen sind der IRD mittels Formular IR56F oder IR56G zu melden. Arbeitgeber können Erklärungen für steuerfreie Zahlungen, wie Entschädigungen für den Verlust des Amtes, beifügen, um die Einhaltung zu unterstützen.

Warum ist Dokumentation wichtig?

Klare Vereinbarungen und ergänzende Hinweise helfen, zu verhindern, dass alle Zahlungen von der IRD als steuerpflichtig eingestuft werden.

Möchten Sie Abfindungszahlungen in Hong Kong steueroptimiert gestalten?

Sprechen Sie uns an!

Unser deutschsprachiger CBBL-Anwalt in Hong Kong, Herr Rechtsanwalt Stefan Schmierer, berät Sie gerne: schmierer@cbbl-lawyers.de, Tel. +852 2388 3899