Buchhaltungsvorschriften und Bestimmungen zur Bekämpfung der Geldwäsche in Dänemark

Im Folgenden finden Sie eine allgemeine Einführung zum Wirtschaftsstandort Dänemark. Die Informationen werden Ihnen von der auf den deutsch-dänischen Rechtsverkehr spezialisierten Rechtsanwaltskanzlei ANDERSEN PARTNERS (Kopenhagen, Kolding, Hamburg) zur Verfügung gestellt.

von Frau Rechtsanwältin Lissi Andersen Roost, LAR@andersen-partners.dk, Tel. +45 76 22 22 37, www.andersen-partners.dk

Das dänische Gesetz über den Jahresabschluss („Årsregnskabsloven“) gilt für alle Unternehmen, außer für die Finanzwirtschaft. Laut Jahresabschlussgesetz sind die meisten Unternehmen dazu verpflichtet, einen Jahresabschluss zu erstellen, der einen wahrheitsgemäßen Einblick in die tatsächlichen Vermögensverhältnisse und Verbindlichkeiten, die Finanzlage sowie die Gewinne bzw. Verluste des Unternehmens oder des Konzern ermöglicht. Dies gilt z. B. für Aktiengesellschaften, Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Kommanditgesellschaften, kommerzielle Stiftungen, Europäische Genossenschaften, Kooperativen, weitere Unternehmen mit beschränkter Haftung sowie Gesellschaften und Kommanditgesellschaften, deren Gesellschafter oder Komplementäre Aktiengesellschaften, Gesellschaften mit beschränkter Haftung oder Kommanditgesellschaften sind.

Mit Ausnahme von Kleinunternehmen und bestimmten kleinen Gesellschaften mit beschränkter Haftung muss der Jahresabschluss durch einen externen und unabhängigen Wirtschaftsprüfer geprüft werden.

Dem Jahresabschlussgesetz liegt ein wertorientierter Buchhaltungsansatz zugrunde. Dies bedeutet, dass sich die Buchhaltung im Allgemeinen auf den aktuellen Marktwert von Vermögen und Verbindlichkeiten beziehen soll anstatt auf historische Kosten. Darüber hinaus müssen die angewendeten Prinzipien konsistent zum jeweiligen Vorjahr sein. Dänisches Recht und Buchhaltungsvorschriften werden fortlaufend den IAS und IFRS angenähert und sind diesen Standards im Allgemeinen sehr ähnlich.

Personen und Unternehmen, für die das dänische Gesetz über die Vorbeugung und Verhinderung von Geldwäsche sowie der Finanzierung von Terrorismus gilt, wie beispielsweise Rechtsanwälte, sind verpflichtet, dem Sekretariat für Geldwäsche bei der Staatsanwaltschaft für schwere Wirtschaftskriminalität anzuzeigen, wenn Verdacht auf Geldwäsche oder die Finanzierung von Terrorismus besteht und dieser Verdacht sich nicht ausräumen lässt.

Darüber hinaus verlangt das dänische Zollgesetz, dass zum Schutz vor Geldwäsche und der Finanzierung von terroristischen Aktivitäten jede Person, die das dänische Zollgebiet betritt oder verlässt und dabei Geld o. ä. im Wert von mehr als 10.000 EUR mitführt, sich ohne Aufforderung zur Zollüberprüfung anmelden und alle Geldbeträge o. ä. bei den Zoll- und Steuerbehörden deklarieren muss.

 

Stand der Bearbeitung: 23. August 2018