Einführung der sog. einfachen Aktiengesellschaft

Ab 1.1.2017 wird es in der Slowakei möglich sein eine neue Form der Handelsgesellschaft zu gründen.

Diese soll vielschichtige Lösungen im Bereich des Risikoinvestments anbieten und ist daher insbesondere für die beliebten Startup-Unternehmen vorgesehen.

Die einfache Aktiengesellschaft („j.s.a.“) ist eine Kapitalgesellschaft, die Merkmale einer GmbH und einer AG kombiniert. Sie haftet für ihre Verbindlichkeiten mit ihrem gesamten Vermögen, wobei die Aktionäre allerdings nicht für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft haften.

Der Mindestnennbetrag des Grundkapitals einer einfachen AG beträgt 1 Euro. Das Grundkapital muss vor der Entstehung der Gesellschaft vollständig gezeichnet werden und zudem müssen sämtliche Einlagen eingezahlt sein. Sie kann durch eine oder mehrere Personen gegründet werden. Gründungsurkunde bzw. Gründungsvertrag bedürfen der notariellen Niederschrift und müssen als Anlage die Satzung enthalten. Darin ist es für die Aktionäre beispielsweise möglich die Übertragbarkeit der Aktien einzuschränken oder auszuschließen. Weiterhin können die Aktionäre neben den üblichen Auflösungsgründen noch andere festlegen. Eine Gründung durch Aufforderung zur Zeichnung von Aktien ist nicht vorgesehen.

Die Aktien dürfen lediglich als verbucht (nicht verbrieft) und als Namensaktien (nicht Inhaberaktien) ausgegeben werden. Der Zentralverwahrer ist zum einen für die Führung der Aktien und zum anderen für das Register der Aktionäre zuständig.

Organe der Gesellschaft sind die Hauptversammlung und der Vorstand sowie gegebenenfalls der Aufsichtsrat. Die Hauptversammlung bestehend aus allen Aktionären ist das oberste Organ. Beschlüsse der Aktionäre können auch außerhalb der Hauptversammlung gefasst werden (per rollam), dabei wird den Aktionären ein Vorschlag durch den Vorstand zur Zustimmung zugestellt. Ein Schweigen des Aktionärs wird allerdings nicht als Zustimmung gewertet. Der Vorstand leitet die Tätigkeiten der Gesellschaft und handelt in ihrem Namen. Die Bestellung eines Aufsichtsrats ist fakultativ.

Zwei einfache AGs können miteinander verschmelzen. Zudem ist die Verschmelzung einer einfachen AG mit einer normalen möglich, wobei diese dann zu ihrer Rechtsnachfolgerin wird. Die einfache AG kann sich gemäß dem Handelsgesetzbuch ausschließlich in eine normale AG umwandeln.

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