Online-Handel mit Kunden in Italien

2. Richtige Widerrufsbelehrung in italienischer Sprache

Jeder Gewerbetreibende muss den Verbraucher über das Bestehen (oder das Nicht-Bestehen) eines Widerrufsrechts belehren.

Besteht ein Widerrufsrecht, muss der Verbraucher über die Voraussetzungen, Fristen und Vorgehensweise für dessen Ausübung informiert und ihm muss auch ein entsprechendes Widerrufsformular zur Verfügung gestellt werden.

Die Belehrung über das Bestehen des Widerrufsrechts kann unter Verwendung der in Anhang I, Teil A des italienischen Verbraucherkodexes enthaltenen Vorlage erfolgen.

Der Anhang ist unter folgendem Link verfügbar (offizielle Website der italienischen Wettbewerbsbehörde): https://www.agcm.it/dotcmsDOC/normativa/consumatore/allegato_dgs21_2014.pdf

Die vorgenannten Informationen müssen zusammen mit anderen vorvertraglichen Informationen, die bei Fernabsatz- und außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträgen zu erteilen sind, in italienischer Sprache erteilt werden, wenn Techniken verwendet werden, die eine individuelle Kommunikation ermöglichen, und der Verbraucher sie in italienischer Sprache benötigt.
 

3. Muster-Widerrufsformular für Online-Kunden in Italien

Das Muster-Widerrufsformular in italienischer Sprache ist in Anhang I, Teil B des Verbraucherkodex enthalten.

Der Anhang ist unter folgendem Link (offizielle Website der italienischen Wettbewerbsbehörde) verfügbar: https://www.agcm.it/dotcmsDOC/normativa/consumatore/allegato_dgs21_2014.pdf
 

4. Ausschlusstatbestände in Italien gesetzlich festgelegt

In Italien ist das Widerrufsrecht in verschiedenen Fällen, die denen des Artikels 16 der Richtlinie 2011/83/EU entsprechen (also z.B. wenn Waren geliefert werden, die nach Kundenspezifikation angefertigt werden oder eindeutig auf die persönlichen Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten sind), ausgeschlossen.
 

5. Vorvertragliche Informationspflichten des Online-Händlers in Italien

In Italien sind die vorvertraglichen Informationen, die im Falle von Fernabsatzverträgen zur Verfügung gestellt werden müssen, in Artikel 49 des Verbraucherkodex aufgelistet. Diese Bestimmungen entsprechend denjenigen aus Artikels 6 der Richtlinie 2011/83/EU und sehen vor, dass der Online-Händler z.B. über Folgendes informieren muss: Die wesentlichen Eigenschaften der Waren oder Dienstleistungen, die Identität des Unternehmers, beispielsweise seinen Handelsnamen, die Anschrift des Ortes, an dem der Unternehmer niedergelassen ist, und gegebenenfalls seine Telefonnummer, Faxnummer und E-Mail-Adresse, damit der Verbraucher schnell Kontakt zu ihm aufnehmen und effizient mit ihm  kommunizieren kann.
 

Sie haben weitere Fragen zum Online-Handel in Italien? Sprechen Sie uns an!

Unser deutschsprachiger CBBL-Anwalt in Mailand, Herr avv. Stefano Casartelli, berät Sie gerne: casartelli@cbbl-lawyers.de, Tel. + 39 02 77803 1

 

Stand der Bearbeitung: Februar 2021