Abwerbung von Kunden in Italien

2. Wer kann gegen die Abwerbung von Kunden vorgehen - welche Beweise werden bei unlauteren Wettbewerbshandlungen in Italien benötigt?

Um gegen die Abwerbung von Kunden vorzugehen, wendet man in Italien die allgemeinen Regeln des unlauteren Wettbewerbes an. 
Die Beweisführung ist nicht unproblematisch, da der Versuch, neue Kunden zu gewinnen, an und für sich rechtmäßig ist, und nachgewiesen werden muss, dass das Verhalten des Wettbewerbers unter Beachtung tatsächlicher Umstände unlauter ist.

Erfolgt die Abwerbung von Kunden durch einen ehemaligen Mitarbeiter, der noch einem Wettbewerbsverbot unterliegt, sind die Erfolgsaussichten recht hoch, da jede konkurrierende Tätigkeit gegen diese Vereinbarung verstoßen würde. Wenn kein Wettbewerbsverbot besteht (oder dieses abgelaufen ist), ist der Nachweis der Unlauterkeit des Verhaltens ohne Zweifel aufwändiger. Insbesondere kann es kompliziert sein, Beweise dafür zu erbringen, dass der ehemalige Mitarbeiter tatsächlich auf Geheimnisse und/oder vertrauliche Informationen angewiesen war und dass sein Erfolg bei der Gewinnung neuer Kunden nicht das Ergebnis seiner eigenen persönlichen Expertise ist.
 

3.Welche Sanktionen haben die betroffenen Unternehmen in Italien zu erwarten?

Die rechtswidrige Abwerbung von Kunden ist eine Handlung des unlauteren Wettbewerbs und löst daher die gleichen Folgen aus, d.h. Schadenersatz (einschließlich entgangener Gewinne), die Anordnung anderer Maßnahmen, die geeignet sind, die Folgen des Verstoßes zu beseitigen, und die Veröffentlichung des Urteils.

Im Einzelhandel kann der Verkauf unter Selbstkosten, der unter Verstoß gegen die geltenden Vorschriften vorgenommen wird, (unabhängig davon, ob dies als unlauterer Wettbewerb eingestuft werden) Geldbußen bis zu etwa 3.100 EUR auslösen. 


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Stand der Bearbeitung: Februar 2021