Zweigniederlassung in Italien

von unserer deutschsprachigen CBBL-Partneranwältin in Mailand Frau Manuela Di Maggio, Avvocato, manuela.dimaggio@jenny.it, Tel. + 39 02 778031, www.jenny.it


In Italien bestehen rechtlich erhebliche Unterschiede zwischen der Gründung einer eigenen italienischen Tochtergesellschaft und der Eintragung einer unselbständigen italienischen Zweigniederlassung.

Aus der Sicht des italienischen Rechts gilt Folgendes:

  • eine italienische Zweigniederlassung ist gegenüber der ausländischen (z.B. einer deutschen oder österreichischen) Muttergesellschaft keine selbständige Einheit und unterliegt deshalb weniger strengen Anforderungen als jenen, die einer italienischen Gesellschaft auferlegt werden: die italienische Zweigniederlassung hat keine eigenen Gesellschaftsorgane (i.e. Verwaltungsrat, Prüfungsausschuss), die sich von denen der Muttergesellschaft unterscheiden; 
  • die Errichtung einer Zweigniederlassung unterliegt in Italien einem formalrechtlichen Verfahren, ist beim Handelsregister zu hinterlegen und die Gründungsurkunde muss von einem Notar empfangen werden; 
  • die ausländische Muttergesellschaft hat eine Person zu bestellen, die für die Geschäftsführung der Zweigniederlassung verantwortlich ist (sog. „preposto“) und welche gleichzeitig auch gesetzlicher Vertreter der Muttergesellschaft in Italien ist;
  • ein oder mehrere Bevollmächtigte können in der italienischen Zweigniederlassung bestellt werden, denen spezifische Befugnisse erteilt werden;
  • das italienische Gesetz sieht in formeller Hinsicht kein Gesellschaftskapital vor. Es ist jedoch notwendig, dass ein Teilbetrag des Gesellschaftskapitals der ausländischen Muttergesellschaft aus steuerrechtlichen Gründen „virtuell“ der Zweigniederlassung zugeordnet wird (sog. „freies Kapital“);
  • der Gesellschaftszweck der Zweigniederlassung in Italien ist (ganz oder teilweise) derselbe wie derjenige der Muttergesellschaft;
  • die italienische Zweigniederlassung ist dazu verpflichtet, jährlich den Jahresabschluss der Muttergesellschaft (ins Italienische übersetzt mit beeidigter Übersetzung) beim italienischen Handelsregister zu hinterlegen;
  • jede wesentliche Entscheidung der Muttergesellschaft, die die Zweigniederlassung in Italien betrifft (z.B. Beschluss bezüglich der Befugnisse des preposto), ist vom zuständigen Geschäftsführungsorgan (z.B. der Verwaltungsrat) zu beschließen, notariell zu beglaubigen, ins Italienische mit beeidigter Übersetzung zu übersetzen und beim italienischen Handelsregister zu hinterlegen (mit Ausnahme der Entscheidungen des preposto betreffend die Geschäftsführung der Zweigniederlassung, welche nur eines Beschlusses des preposto bedürfen);
  • außerdem ist jede Beschlussfassung der Muttergesellschaft betreffend Änderungen von wichtigen Daten der Gesellschaft (z.B. Änderung des Gesellschaftsnamens, der Dauer oder des Gesellschaftssitzes) notariell zu beglaubigen, ins Italienische mit beeidigter Übersetzung zu übersetzen und beim italienischen Handelsregister zu hinterlegen; 
  • gemäß den italienischen arbeitsrechtlichen Gesetzesbestimmungen können die Arbeitnehmer auch unmittelbar von der italienischen Zweigniederlassung angestellt werden.


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Unsere deutschsprachige CBBL-Partneranwältin in Mailand Frau Manuela Di Maggio, Avvocato, berät Sie gerne: manuela.dimaggio@jenny.it, Tel. + 39 02 778031


Stand der Bearbeitung: Juni 2020