Erbrecht in Spanien im Überblick

von Frau Rechtsanwältin & Abogada Mónica Regaño Aguirre, mregano@mmmm.es, Tel. +34 – 91-319 96 86

Das spanische Erbrecht wegen der unterschiedlichen Detailregelungen in den verschiedenen autonomen Regionen Spaniens recht komplex. Nur sofern kein regionales spanisches Erbrecht Anwendung findet, gelten die Regelungen des spanischen Zivilgesetzbuches (Código Civil, im folgenden CC). 

Das spanische Erbrecht folgt den Prinzipien der Nachlasseinheit und der Staatsangehörigkeit, d.h., der gesamte Nachlass, auch spanische Immobilien, unterliegt dem Recht des Staates, dessen Nationalität der Erblasser im Moment des Todes angehört. Das Prinzip der Staatsangehörigkeit wird nun allerdings im Anwendungsbereich der EU-Erbrecht-VO (EU) Nr. 650/2012 des Europäischen Parlament und des Rates zugunsten des Prinzips des gewöhnlichen Aufenthalts („residencia habitual“) aufgegeben. Es ist also absehbar, dass in Zukunft auf den Nachlass deutscher Staatsangehöriger, die in Spanien ihren Alterswohnsitz begründet haben, spanisches Erbrecht ggfs. sogar das Recht einer autonomen Region Spaniens (sog. Foralrecht) zur Anwendung kommen wird. 

Vor dem Hintergrund des im Vergleich zur Rechtslage in Deutschland unterschiedlichen Pflichtteils- bzw. Noterbenrechts sowie der Unzulässigkeit gemeinsamer Testamente (z.B.: Berliner Testamente) sollten bestehende letztwillige Verfügungen auf ihre Vereinbarkeit mit dem aufgrund der Begründung eines Wohnsitzes in Spanien ggfs. zur Anwendung kommenden spanischen Erbrechts unbedingt überprüft werden. Dies gilt auch angesichts der verschiedenen regionalen Regelungen sowie der Unterschiede zwischen den gesetzlichen Regelungen und den in der Praxis üblichen Verfügungen von Todes wegen.

 

Stand: 1. Oktober 2018