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Verspätete Forderungsanmeldung in Spanien

Die verspätete Forderungsanmeldung hat in Spanien wesentlich gravierendere Folgen als etwa im deutschen Insolvenzrecht. Sie reicht von der Herabstufung bis zum vollständigen Verlust des Anspruchs. Gläubiger eines in die Insolvenz gefallenen spanischen Schuldners haben ihre Forderungen innerhalb einer Frist von 1 Monat ab Veröffentlichung des Insolvenzbeschlusses im Staatsanzeiger (BOE) anzumelden.

Wird diese Frist nicht eingehalten, so wird die zu spät angemeldete Forderung von der Insolvenzverwaltung als nachrangige Insolvenzforderung qualifiziert. Ausgenommen sind hiervon allerdings Forderungen, die sich bereits aus den Büchern des Schuldners ergeben. In diesen Fällen stellt sich selbstverständlich ein Nachweisproblem, da der Gläubiger in der Regel keine Einsicht in die Unterlagen des Schuldners hat.

Ebenso wenig von der Herabstufung betroffen sind bereits titulierte Forderungen, öffentlich registriert dinglich gesicherte Forderungen und solche Forderungen, die im Insolvenzverfahren oder einem sonstigen Gerichtsverfahren bereits aktenkundig sind. Diese Forderungen werden ungeachtet einer verspäteten Anmeldung ihrem insolvenzrechtlichen Rang gemäß als privilegierte oder ordentliche Insolvenzforderungen aufgenommen. Erfolgt die verspätete Anmeldung erst nach Einreichung der definitiven Gläubigerliste durch die Insolvenzverwaltung bei Gericht, so kann die betroffene Forderung vom Insolvenzverfahren ausgeschlossen bleiben, was bei einer Liquidation des Schuldners den Totalverlust bedeutet.

Stand der Bearbeitung: Oktober 2018