Sozialabgaben für Arbeitnehmer in Frankreich

von Frau Rechtsanwältin Aurélia Heim, heim@rechtsanwalt.fr, Tel. +33 - 3 88 45 65 45

Die in Frankreich auf Lohn und Gehalt anfallenden Steuern und Abgaben unterscheiden sich zum Teil deutlich von den Steuern und Abgaben, die in Deutschland anfallen.

Im Arbeitsvertrag in Frankreich wird in der Gehaltsklausel grundsätzlich das Bruttogehalt angegeben.

Der Arbeitgeberanteil an den Sozialabgaben beträgt etwa 42 % vom Bruttogehalt, der Arbeitnehmeranteil etwa 22 % vom Bruttogehalt. Der Arbeitnehmer erhält vom Arbeitgeber das Bruttogehalt abzüglich der arbeitnehmerseitigen Sozialabgaben ausbezahlt. Dieser Auszahlungsbetrag wird in Frankreich terminologisch als Nettogehalt bezeichnet.

Hinsichtlich der Steuern auf das Gehalt des Arbeitnehmers gilt Folgendes: Ähnlich wie in Deutschland findet in Frankreich seit 2019 eine Besteuerung des Gehalts an der Quelle (Quellenbesteuerung durch den Arbeitgeber im Namen und für Rechnung des Arbeitnehmers) statt.


Beispielrechnung
(Zahlen annäherungsweise)

Der Arbeitgeber zahlt an seinen Arbeitnehmer als Bruttomonatsgehalt das in Frankreich gesetzlich geltende branchenübergreifende Mindestgehalt in Höhe von 1.522 € (seit 01.01.2019).

Aus der Sicht des Arbeitnehmers stellt sich die Einkommenssituation wie folgt dar:

Auf das Bruttogehalt entfallen etwa 22 % arbeitnehmerseitige Sozialabgaben, also im vorliegenden Fall etwa 334,84 €. Diese 334.84 € arbeitnehmerseitigen Sozialabgaben werden durch den Arbeitgeber einbehalten und an die Sozialkassen abgeführt. Der Arbeitnehmer erhält also 1.522 € abzgl. 334.84 €, also 1.187,16 € ausgezahlt. Diese 1.187,16 € sind das Nettogehalt des Arbeitnehmers, von dem die Einkommensteuer monatlich abgezogen wird. 

Aus der Sicht des Arbeitgebers stellt sich die Situation wie folgt dar:

Es soll wieder vom genannten Bruttogehalt in Höhe von 1.522 € ausgegangen werden. Hierauf zahlt der Arbeitgeber etwa 42 % Sozialabgaben, also etwa 639,24 €. Somit betragen die Gesamtkosten, die der Arbeitgeber für diesen Arbeitnehmer zu tragen hat, etwa 2.161,24 €.


Stand der Bearbeitung: September 2019