Modifizierungen bei der Besteuerung von Privatpersonen

Haushaltsergänzungsgesetze vom 19. September 2011 und 28. Dezember 2011

Haushaltsergänzungsgesetze vom 19. September 2011 und 28. Dezember 2011


1.Außerordentliche Einkommensteuer für besonders hohe Einkommen

In Frankreich wird neben der bisherigen Einkommensteuer ab dem Berechnungszeitraum 2011 eine neue Abgabe für besonders hohe Einkommen eingeführt. Besteuerungsgrundlage ist der Anteil des zu versteuernden Einkommens, der eine bestimmte Einkommensgrenze (pro Steuerhaushalt) überschreitet.

2.Steuersätze der außerordentlichen Einkommensteuer

Diese außerordentliche Steuer wird unter Anwendung der folgenden Sätze berechnet:

  • 3 % auf den Anteil des zu versteuernden Einkommens, der zwischen 250.000 € und 500.000 € liegt, für ledige, verwitwete, geschiedene oder getrennt lebende Steuerzahler bzw. auf den Anteil, der zwischen 500.000 € und 1.000.000 € für Steuerzahler, die zusammen veranlagt werden;
  • 4 % auf den Anteil des zu versteuernden Einkommens, der 500.000 € überschreitet, für ledige, verwitwete, geschiedene oder getrennt lebende Steuerzahler, bzw. auf den Anteil, der 1.000.000 € überschreitet, für Steuerzahler, die zusammen veranlagt werden.

Wichtiger Hinweis: Vorbehaltlich der Anwendung internationaler Steuerabkommen betrifft die Besteuerung der besonders hohen Einkommen die Steuerzahler, die ihren steuerlichen Wohnsitz in Frankreich haben, sowie die gebietsfremden Steuerpflichtigen, sofern diese in Frankreich ein steuerpflichtiges Einkommen beziehen.

3.Lohnsteuertabelle

Die Lohnsteuertabelle wurde nicht verändert, so dass die Lohnsteuertabelle für 2011 derjenigen für 2010 entspricht:

Jahreseinkommensteuer-Stufen Satz

bis 5.963 €  0 %
von 5.964 € bis 11.896 €  5.5 %
von 11.897 € bis 26.420 €  14 %
ab 70.830 €  41 %

4.Besteuerung von Veräußerungsgewinnen

In Frankreich wurden die Regelungen zu den aufgrund der Besitzdauer auf Veräußerungsgewinne anwendbaren Freibeträgen weitgehend reformiert.

Die neuen Regelungen finden, genauso wie zuvor der allgemeine Freibetrag, den sie ersetzen, auf den Veräußerungsgewinn Anwendung, der im Rahmen der entgeltlichen Abtretung von Aktien oder Wertpapieren von körperschaftsteuerpflichtigen Gesellschaften oder von beschränkten dinglichen Rechten oder Preisaufschlägen bezüglich dieser Anteile erzielt wird. Dieses neue Regime ist nur denjenigen Steuerzahlern eröffnet, die diesbezüglich einen ausdrücklichen Antrag stellen und den Betrag des Veräußerungsgewinns in ihrer Einkommensteuererklärung aufgeführt haben.

Die betroffenen Anteile/Rechte müssen die nachstehenden Bedingungen erfüllen:

Ununterbrochener Besitz der abgetretenen Anteile oder Rechte seit mehr als 8 Jahren;

Die direkt oder indirekt im Besitz des Abtretenden stehenden Anteile oder Rechte müssen in den 8 Jahren vor der Abtretung andauernd mindestens 10 % der Stimmrechte oder der Beteiligung am Gewinn der Gesellschaft, deren Anteile oder Rechte abgetreten werden, dargestellt haben;

Die Gesellschaft, deren Anteile veräußert werden, muss körperschaftsteuerpflichtig sein und seit mindestens 8 aufeinanderfolgenden Jahren eine Tätigkeit in den Bereichen Handel, Industrie, Handwerk, Landwirtschaft, Finanzwesen oder eine freiberufliche Tätigkeit ausüben (mit Ausnahme der Verwaltung des eigenen Vermögens oder der Inhaberschaft von Beteiligungen).

Sind diese Bedingungen erfüllt und wurde der aus der Abtretung der Anteile oder Rechte erzielte Veräußerungsgewinn innerhalb von 36 Monaten zu 80 % des Veräußerungsgewinns in das Gründungskapital einer Gesellschaft oder im Rahmen einer Kapitalerhöhung in bar investiert, wird die ansonsten proportional zur Einkommensteuer durchgeführte Besteuerung verschoben. Nach Ablauf einer Frist von 5 Jahren des Volleigentums an den als Gegenleistung für die Einlage erworbenen Anteilen findet dann eine endgültige Steuerbefreiung statt.

Hinweis: Die genannte Verschiebung der Besteuerung kann revidiert werden, wenn der Steuerpflichtige seinen steuerlichen Wohnsitz vor Ablauf der 5-Jahres-Frist außerhalb Frankreichs verlegt.

5.Pauschalbesteuerung (Prélèvement forfaitaire libératoire)

Der Quellensteuersatz, der auf Kapitalerträge von gebietsfremden Steuerpflichtigen angewendet wird, wird von 25 % auf 30 % angehoben. Eine Erhöhung von 50 % auf 55 % gilt für Einkünfte, die in nicht kooperativen Dritt-Staaten bzw. -Gebieten ausgezahlt werden.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:
Frau Rechtsanwältin Anne-Lise Lamy
lamy@rechtsanwalt.fr
Tel. +33 (0) 3 - 88 45 65 45

Epp Rechtsanwaltsgellschaft mbH
Schützenstraße 7
D-76530 Baden-Baden

16, rue de Reims
F-67000 Strasbourg

Weitere Standorte

Strasbourg

EPP Rechtsanwälte – Avocats Emil Epp
Rechtsanwalt

16, rue de Reims 67000 Strasbourg Frankreich

Tel. +33 - 3 - 88 45 65 45Mobil Fax +33 - 3 - 88 60 07 76

  • https://rechtsanwalt.fr/
  • Weitere Standorte

    Paris

    EPP Rechtsanwälte – Avocats Marianne Grange
    Avocat

    4, rue Paul Baudry75008 Paris Frankreich

    Tel. +33 - 1 - 539 382 90Mobil Fax +33 - 1 - 539 382 99

  • https://rechtsanwalt.fr/
  • Weitere Standorte

    Baden-Baden

    EPP Rechtsanwälte – Avocats Jörg Luft
    Rechtsanwalt

    Schützenstraße 776530 Baden-Baden Deutschland

    Tel. +49 - 7221 - 30 23 70Mobil Fax +49 - 7221 - 30 23 725

  • https://rechtsanwalt.fr/